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Universität GH Essen

Fachbereich 6: Mathematik und Informatik
Software Systems Engineering

Prof. Dr. Klaus Pohl



Der Lehrstuhl für Software Systems Engineering an der Universität GH Essen wurde am 1.7.1999 gegründet. Zur Zeit verfügt der Lehrstuhl über 12 Mitarbeiterstellen.


Arbeitsschwerpunkte

Forschungsstrategie

Software wird in zunehmendem Maße integraler Bestandteil komplexer Produkte. Die bedarfs- und nutzungsgerechte Entwicklung von Software entscheidet daher zunehmend über den Markterfolg dieser Produkte. Der Lehrstuhl für Software Systems Engineering entwickelt und erprobt neue, praxisrelevante Methoden zur Gewinnung, Dokumentation und Validierung von Anforderungen an solche Systeme, sowie zur systematischen Umsetzung der Anforderungen in komponentenbasierte Softwarearchitekturen und Softwaresysteme. Hauptziele der Arbeitsgruppe sind die Grundlagenforschung und der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis, sowie die hierfür erforderliche Anpassung und Erweiterung der Ergebnisse aus der Grundlagenforschung. Hierzu werden drei Strategien verfolgt:

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhles liegen in den Bereichen Requirements Engineering und Software-Architekturen. Requirements Engineering wird als Prozess betrachtet, dessen Ziel es ist, eine Brücke zwischen Anwendern, Nutzern, Geldgebern, etc. und Entwicklern von Softwaresystemen aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Requirements Engineering ist somit ein kontinuierlicher, kreativer Prozess, der immer wieder aus vagen und widersprüchlichen Ideen hinreichend vollständige und konsistente Systemspezifikationen unter Berücksichtigung vorhandener technischer und sozialer Kontexte gewinnen muss. Für ein erfolgreiches Anforderungsmanagement sind die Nachvollziehbarkeit der relevanten Zusammenhänge sowie die kontinuierliche Prozessverbesserung unabdingbare Voraussetzungen. Die von Klaus Pohl geleitete Arbeitsgruppe an der RWTH Aachen, Informatik V, Prof. Jarke hat in der Vergangenheit folgende Themenbereiche untersucht: Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden zur Zeit am Lehrstuhl für Software Systems Engineering folgende Forschungsfragestellungen untersucht:

Konferenzen


Projekte

Grundlagenforschung

Industriekooperationen

Austauschprojekte (Auswahl)

Abgelaufene Projekte (Auswahl)

An der RWTH Aachen war Klaus Pohl u.a. Teilprojektleiter in den von der EG geförderten Grundlagenforschungsprojekte NATURE (1992-1995) und CREWS (1996-1999).


Veröffentlichungen


Produkte

Werkzeugentwicklungsumgebung

PRIME (PRocess Integrated Modelling Environment)
ist ein objektbasiertes Rahmenwerk zur Entwicklung von prozessintegrierten Werkzeugen. Die mit PRIME realisierten Entwicklungsumgebungen ermöglichen eine benutzerzentrierte Prozessausführung, die aktive Anleitung des Modellierenden basierend auf explizit definierten Methodiken sowie die automatische Anpassung der Werkzeuge an Methodenänderungen. Das innerhalb des gleichnamigen DFG-Projektes entwickelte Rahmenwerk wurde bisher für die Realisierung von drei komplexen Modellierungsumgebungen in den Bereichen Software Engineering und Modellierung von verfahrenstechnischen Anlagen und Prozessen eingesetzt (siehe [Pohl et al., 1999]).

Modellierungsumgebungen

CREWS-PRIME: Die Modellierungsumgebung für Anforderungsspezifikationen wurde im ESPRIT Grundlagenforschungsprojekt CREWS (Cooperative Requirements Engineering with Scenarios) an der RWTH Aachen entwickelt und im industriellen Kontext evaluiert. CREWS-PRIME unterstützt die Modellierung von Softwareprodukten unter Verwendung von multimedialen Szenarien. Multimediale Szenarien dokumentieren den aktuellen Ist-Zustand im Unternehmen. Sie manifestieren beispielhaft sowohl intendierte als auch falsche Systemnutzung und fördern somit intensive und konstruktive Diskussionen während des Requirements Engineerings über mögliche und zu vermeidende Lösungen. Unsere Experimente bestätigten, dass die während des Requirements Engineering erstellten konzeptuellen Modelle (bspw. Zielmodelle, UML-Modelle,...) durch die Interrelation mit den aufgezeichneten Szenarien zu einem besseren ,,Verständnis``der Problemstellung führen und bspw. die Einarbeitung von neuen Projektteilnehmern erheblich erleichtern (siehe [Haumer et al., IEEE TSE, 1998; Haumer et al., 2000]). TECHMOD (Traceable Engineering of Chemical Process MODels) unterstützt die Modellierung von verfahrenstechnischen Prozessen. Die aus sechs Werkzeugen bestehende Modellierungsumgebung wurde an der RWTH Aachen in enger Kooperation mit dem Lehrstuhl für Verfahrenstechnik, LPT, Prof. Marquardt entwickelt. TECHMOD basiert auf den Ergebnissen von NATURE und PRIME und unterstützt zudem die am LPT entwickelte Modellierungssprache für verfahrenstechnische Anlagen (VeDa). Die Weiterentwicklung der TECHMOD-Umgebung erfolgt derzeit im Aachener Sonderforschungsbereich IMPROVE.

Kompetenzzentrum für Anforderungsmanagement-Werkzeuge

In Kooperation mit den führenden Herstellern wird der- zeit am Lehrstuhl für SSE ein Kompetenzzentrum für Anforderungsmanagement-Werkzeuge mit folgender Zielsetzung aufgebaut: Die am Lehrstuhl entwickelte szenariobasierte Methodik gewährleistet eine auf den intendierten Werkzeugeinsatz angepasste Werkzeugbewertung. Hierzu wird der intendierte Werkzeugeinsatz durch Nutzungsszenarien konkretisiert und, basierend auf einer zusätzlichen Gewichtung der Szenarien, die von den Werkzeugen angebotene Unterstützung bewertet. Dadurch wird eine unternehmens- und einsatzspezifische Bewertung erzielt und somit das Risiko für unerwartete und typischerweise sehr hohe Folgekosten des Werkzeugseinsatzes entscheidend minimiert.


Kontaktadresse:

Prof. Dr. Klaus Pohl
Universität GH Essen
Software Systems Engineering
Altendorfer Str. 97-101
45143 Essen
Tel. (0201) 81003-10; Fax -98
pohl@informatik.uni-essen.de



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