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Dissertationen


Dirk Platz: Ein Werkzeugtransaktionskonzept für Objekt-Managementsysteme als Basis von Software-Entwicklungsumgebungen (Shaker Verlag, ISBN 3-8265-6362-X)


1. Referent: Prof. Dr. Udo Kelter, Univers. Siegen
2. Referent: Prof. Dr. Bernhard Freisleben, Univers. Siegen

Datum der Prüfung: 30. Juni 1999


Zusammenfassung:

Moderne mehrbenutzerfähige Software-Entwicklungsumgebungen arbeiten mit einer Vielzahl von Werkzeugen auf Basis eines Objekt-Managementsystems (OMS), das zur Verwaltung und Integration aller während der Software-Entwicklung anfallenden Daten dient.

Um alle Dienstleistungen des OMS direkt bei der Werkzeugkonstruktion ausnutzen zu können, ist es erforderlich, daß die Werkzeuge direkt auf den vom OMS verwalteten Daten arbeiten (White-Box-Integration). Ein wesentlicher Aspekt bei diesem Ansatz ist ein geeignetes Transaktionskonzept, das eine Kooperation der Werkzeuge auf den Daten unterstützt. Diese äußert sich bei Editoren z.B. darin, daß der Informationsgehalt verschiedener Fenster überlappt und trotzdem Änderungen durch den Benutzer in beliebigen Fenstern möglich sein sollen. Hierbei ist zusätzlich ein Benachrichtigungsmechanismus erforderlich, der Änderungen sofort an alle betroffenen Fenster propagiert.

Das in dieser Arbeit vorgestellte Werkzeugtransaktionskonzept integriert ein geschachteltes kooperatives Transaktionskonzept mit einem verteilten Benachrichtigungsmechanismus, dessen Einsatz bei der Werkzeugkonstruktion fast keinen Mehraufwand verursacht.

Grundlage bildet ein feingranulares Sperrverfahren, das in Verbindung mit verschiedenen Werkzeugtransaktionstypen eine sehr hohe Nebenläufigkeit von Werkzeugen verschiedener Benutzer auf den Daten des OMS ermöglicht. Weiterhin wird die Ausführung sowohl von interaktiven als auch von nichtinteraktiven Werkzeugen eines Benutzers innerhalb einer Werkzeugtransaktionshierarchie unterstützt.

Undo- und sogar Redo-Funktionen in Editoren können in Verbindung mit dem Benachrichtigungsmechanismus praktisch ohne Mehraufwand realisiert werden, indem die Werkzeugtransaktionen auf Sicherungspunkte partiell zurück- oder vorwärtsgesetzt werden.

Weiterhin wird ein geschachteltes Prozeßkonzept für OMS auf der Basis von POSIX-Threads vorgestellt, das eine echt parallele Werkzeugausführung ermöglicht.

Die meisten Konzepte sind im Rahmen der Arbeit im freiverfügbaren OMS H-PCTE (http://pi.informatik.uni-siegen.de/) realisiert worden und werden in verschiedenen Projekten bei der Konstruktion von Werkzeugen bzw. Software-Entwicklungsumgebungen eingesetzt.



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