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Version 2.9 von ToolFrame und H-PCTE verfügbar


Toolframe ist eine frei verfügbare ``Upper-CASE''-Umgebung, die diverse gängige Dokumenttypen unterstützt, die bei der Systemanalyse und beim Entwurf eingesetzt werden, im einzelnen:

Entity-Relationship-Diagramme (in zwei verschiedenen Notationen)

Datenflußmodelle gemäß der Strukturierten Analyse, insb. Datenflußdiagramme und das zugehörige Datenlexikon

Hierarchische Zustandsübergangsdiagramme

Systemmodelle gemäß objektorientierter Analyse und objektorientiertem Entwurf (OOA, OOD); aus einer erweiterten Variante der OOA-Modelle können direkt Schemata relationaler Datenbanken generiert werden

Petri-Netze mit Plätzen, Warteschlangen und verschiedenen Arten von Transitionen

Spezifikationen modularer Systemarchitekturen, wobei eine hierarchische Verfeinerung des Entwurfs unterstützt wird

graphische Darstellungen von PCTE-Datenbankschemata

Für jeden Dokumenttyp stehen graphische und/oder textuelle Editoren, Analysatoren und sonstige Werkzeuge zur Verfügung. In den Analysatoren kann man dokumenttypspezifische Konsistenzbedingungen überprüfen und fehlerhafte Stellen in Editor-Fenstern anzeigen lassen; Fehler können sofort in diesen Editor-Fenstern behoben werden. Neben Werkzeugen für Analyse bzw.\ Entwurf bietet ToolFrame noch phasenübergreifende Funktionen an:

eine einfache Dokumentverwaltung

Organisationsdiagramme, in denen die Struktur von Projekt-Teams dargestellt werden kann

Projektmanagementunterstützung mit Hilfe von Netzplandiagrammen

Suchfunktionen im Projektdatenbestand (OQL-artige Abfragen, Stichwortsuche u.a.)

ToolFrame benutzt zur Dokumentenverwaltung das Objektmanagementsystem H-PCTE und arbeitet direkt, also ohne transiente Kopien, auf der Objektbank KeD96. Die Datenbankschemata für alle Dokumenttypen werden mitgeliefert bzw. sind dynamisch abfragbar. Durch die Verwendung eines Objektmanagementsystems ist die Umgebung relativ leicht erweiterbar.

Wesentliche Unterschiede gegenüber der früheren Version von ToolFrame sind: (a) Es werden wesentlich mehr Dokumenttypen unterstützt. (b) Bei nicht-hierarchischen Systemmodellen wie OOA- oder ER-Diagrammen können Teildiagramme gebildet werden (s. PlK96). (c) Die Propagation von Änderungen zwischen Anzeigefenstern ist aus dem Werkzeug in das unterliegende Objektmanagementsystem verlagert worden und arbeitet jetzt netzwerkweit, d.h. es können nun mehrere Benutzer von verschiedenen Rechnern aus gleiche oder überlappende Dokumente parallel bearbeiten. (d) Die Editieroperationen wurden verbessert und erweitert. (e) Die Dokumentation steht nun im WWW zur Verfügung.


H-PCTE Version 2.9. Das H-PCTE-System ist ein Objektmanagementsystem auf Basis des ISO-Standards PCTE und umfaßt den Laufzeitkern, diverse Entwicklungs- und Administrationswerkzeugen sowie die Abfragesprachen P-OQL und NTT. P-OQL He95 basiert auf OQL und bietet zusätzlich Information-Retrieval-Fähigkeiten. NTT Ha95 ist eine algebraische Abfragesprache, mit der auch auf verteilten, partiell unzugreifbaren Objektbanken gearbeitet werden kann. Die neue Version von H-PCTE bietet neben diversen Detailverbesserungen folgende Erweiterungen:

Unterstützung von Threads, d.h. eine Applikation kann nun in Form mehrerer (POSIX-) Threads strukturiert sein; jeder Thread hat u.a. ein eigenes externes Schema

ein verteilter Notifikationsmechanismus wie in PlK96 beschrieben, mit dem z.B. Mehrfenster-Editoren und Groupware-Werkzeuge realisierbar sind

Erweiterungen zur Konstruktion von WWW-Schnittstellen zu H-PCTE-Objektbanken


Plattformen. Alle Systeme sind für die Plattformen Sparc/SunOS 4.1, Sparc/Solaris 2.5 und X86/Linux 2.0 frei verfügbar unter ftp://pi.informatik.uni-siegen.de/hpcte   bzw. http://pi.informatik.uni-siegen.de.


Literatur.

  [1]
Ha95
  [2]
He95
  [3]
KeD96
  [4]
Platz, D.; Kelter, U.: Konsistenzerhaltung von Fensterinhalten in einer Repository-basierten SEU; p.73-80 in: Proc. GI-Fachtagung Softwaretechnik 96, Koblenz, 12.-13.09.1996 (Softwaretechnik-Trends 16:3); GI-Fachausschuß 2.1; 1996/09


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