zurück zur Startseite der Softwaretechnik-Trends , zu Band 16 Heft 4

Dissertationen


Gerald Junkermann: ESCAPE - Eine graphische Sprache zur Spezifikation von Software-Prozessen

Universität Dortmund, Lehrstuhl Informatik 10 (Software-Technologie)

1. Gutachter: Prof. Dr. Wilhelm Schäfer (Universität-GH Paderborn)
2. Gutachter: Prof. Dr. Ernst-Erich Doberkat (Universität Dortmund)
Datum der Prüfung: 20.09.1995

Ausgangspunkt der Dissertation ist die formale Beschreibung von Software-Prozeßmodellen durch existierende Software-Prozeßmodellierungssprachen. Die Erkenntnis, daß keiner der existierenden Ansätze eine gleichermaßen für Prozeßmodellierer und Auftraggeber verständliche Modellierung ermöglicht, hat zur Entwicklung einer Design-Sprache mit dem Namen ESCAPE geführt. ESCAPE ist eine hybride, auf dem EER-Model, Statecharts und Tabellen basierende graphische Sprache, welche eine explizite Spezifikation der unterschiedlichen Aspekte von Software-Prozessen unterstützt. ESCAPE berücksichtigt neben den kontextsensitiven Bedingungen, denen eine Spezifikation genügen muß, auch anwendungsspezifische Einschränkungen, welche zur besseren Verständlichkeit und zur Erhöhung der Korrektheit von Prozeßspezifikationen beitragen. In der Dissertation sind sowohl Syntax als auch Semantik von ESCAPE formal definiert. Die Ausführbarkeit der spezifizierten Software-Prozeßmodelle wird durch eine Abbildung der ESCAPE Spezifikationen auf die regelbasierte Software-Prozeßmodellierungssprache der prozeßgesteuerten Software-Entwicklungsumgebung Merlin erreicht. Die durch das Kooperationsmodell von Merlin bereitgestellten Basiskonzepte können bei der Spezifikation von Software-Prozessen vorausgesetzt werden, wodurch die Komplexität von Spezifikationen erheblich reduziert werden kann. Zusammenfassend kann festgehalten werden, daß der in der Dissertation vorgestellte Ansatz eine Modellierung von Software-Prozessen auf einem höheren Abstraktionsniveau als die bisher existierenden Ansätze ermöglicht, Fehler durch die Unterstützung anwendungsspezifischer Einschränkungen unterbindet und die Ausführbarkeit von Spezifikationen durch eine automatische Transformation in eine ausführbare Software-Prozeßmodellierungssprache unterstützt.



zurück zur Startseite der Softwaretechnik-Trends , zu Band 16 Heft 4