zurück zur Startseite der Softwaretechnik-Trends , zu Band 15 Heft 2

Dissertationen


Christian Facchi: Methodik zur formalen Spezifikation des ISO/ OSI Schichtenmodells

Anschrift: Fakultät für Informatik, Lehrstuhl Prof. Dr. M. Broy, 80290 München

1. Gutachter: Prof. Dr. M. Broy
2. Gutachter: Prof. Dr. E. Jessen
Datum des Rigorosums: 14.06.1995

Zusammenfassung:

Die Standardisierungseinrichtung ISO hat mit dem ISO/OSI Schichtenmodell eine Grundlage für die Kommunikation in heterogenen Rechensystemen festgelegt. Eine Modularisierung erfolgt hierbei nach verschiedenen Aufgaben in sieben Schichten, wobei die Festlegung der schichtenspezifischen Aufgaben in den einzelnen Normen in größtenteils textueller Form vorliegt. Da informelle Definitionen unter anderen Nachteilen den der möglichen Mißinterpretation besitzen, wird in dieser Dissertation eine Methodik zur formalen Spezifikation des ISO /OSI Schichtenmodells vorgestellt, mit der die Diensterbringer aller Schichten beschreibbar sind. Mit dieser Methodik wird, im Gegensatz zu bisherigen Arbeiten, durch den Einsatz eines Modularisierungskonzepts bei der Spezifikation ein hoher Wiederverwendungsgrad erreicht. Dazu wird jeweils für mehrere der in den Normen verwendeten Beschreibungstechniken eine eigenständige formale Semantik angegeben, die selbstverständlich auch außerhalb des ISO/OSI Schichtenmodells anwendbar ist. So wird unter anderem erstmalig eine formale Semantik für die weit verbreiteten Time Sequence Diagrams beschrieben.

Durch die Entwicklung der formalen Semantik für die in den Normen verwendeten Beschreibungstechniken werden mit dieser Arbeit einige Ungenauigkeiten bei den Normen belegt und Lösungsvorschläge zur Behebung angeboten.

Die in den bisherigen Verfahren verwendeten Ansätze schränken das Verhalten der Dienstbenutzer, die kein Spezifikationsgegenstand der schichtenspezifischen Normen sind, ein. Die in dieser Arbeit entwickelte formale Semantik läßt dagegen ein freies Verhalten der Dienstbenutzer zu. Somit wird ausschließlich das Verhalten des Diensterbringers, der die zu implementierende Komponente darstellt, formal spezifiziert.

Aufbauend auf den formalen Semantiken werden die Beziehungen zwischen den einzelnen Beschreibungstechnikn untersucht. Dabei wird die unterschiedliche Ausdrucksstärke der zuvor betrachteten Beschreibungstechniken festgestellt.


zurück zur Startseite der Softwaretechnik-Trends , zu Band 15 Heft 2