Universität Siegen Fachbereich 12 Fachgruppe Praktische Informatik
Proseminar Informatik "Image der Informatik"
Inhalt:
Die Informatik ist eine der derzeit wichtigsten Wissenschaften, ohne die unzählige Fortschritte in allen gesellschaftlichen Bereichen nicht denkbar waren und sind - dennoch ist ihre Attraktivität als Berufsstand überraschend gering. Das Bild von InformatikerInnen in der Öffentlichkeit wird von Zerrbildern wie dem "einsamen Hacker zwischen Keksdosen" geprägt. Dazu kommt eine selektive und voreingenommene Wahrnehmung: Viren, Scheckkartenbetrug, (Bundes-) Trojaner, Spam- und Phishing-Mails, Spyware und Hacker, die Privatkonten plündern, lassen für viele das gesamte IT-Gewerbe in Deutschland suspekt erscheinen. Aufgrund dieses falschen und negativen Images entscheidet sich nur ein relativ geringer Prozentsatz der Schüler für ein Informatikstudium - dies gilt verstärkt für Schülerinnen. Interessanterweise ist das Image der Informatik regional recht unterschiedlich.

Das verzerrte Bild der Informatik in der öffentlichen Wahrnehmung führt dazu, daß InformatikerInnen von fachfremden Dritten häufig als Person falsch eingeschätzt werden und erklären müssen, was Informatik ist - und was nicht. Solche Erklärungsversuche scheitern jedoch oft oder bewirken sogar das Gegenteil, weil sich InformatikerInnen vielfach nicht über die Informationsdefizite der Außenstehenden im klaren sind. Generell sollte aber jede Informatikerin und jeder Informatiker imstande sein, die eigene Profession korrekt darzustellen und einzuordnen. Eines der Ziele des Proseminars ist es daher, diese Kompetenz zu vermitteln.

Themengruppe "Imageproduzenten"

Eine erste Gruppe von Vorträgen behandelt mehrere Gruppen von Imageproduzenten, offiziell oder faktisch, bewußt oder als Nebeneffekt das Image der Informatik (oder aller MINT-Berufsfelder) definieren.
Vorträge zu dieser Themengruppe:

Robert Weber: Das inoffizielle Image der Informatik

Das ganz inoffizielle Image bezeichnet das Bild von der Informatik, das fernab von Verlautbarungen von Branchenverbänden, Imagekampagnen oder redaktionell bearbeiteten Inhalten verbreitet ist. Aus Umfragen, Erfahrungsberichten und anderen Quellen geht hervor das es offenbar eine große Menge an Vorurteilen gegenüber Informatikern gibt; bei der Untersuchung Fragestellungen zur Informatik in Foren und Boards sind davon jedoch nur wenige vereinzelt zu finden und werden in den Antworten sowie Diskussionsverläufen nicht bestärkt sondern oft sogar offensiv angegangen. Der Grund dafür könnte sein, dass die Verfasser als häufige Nutzer eines Computers und des Internets prinzipiell positiver eingestellt sind und die Fragesteller entsprechend an der Informatik interessiert. Die Ursachen für die verbreiteten Vorurteile lassen sich anhand der verwendeten Quellen nicht festmachen. Es bestehen aber eine Möglichkeiten die wahrscheinlich mindestens Anteil daran haben : Ursache könnten die oberflächliche Anwenderrolle sein die viele Menschen ausschließlich einnehmen, aber auch die Abstraktheit des Begriffs Informatik sowie eine Vermischung mit anderen Begriffen rund um den Computer.

Tim Bäcker: Informatik in Filmen

Diese Arbeit untersucht ob, und falls ja, inwieweit die typischen Informatikerklischees in Film und Fernsehen gebildet werden, wie stark diese Medien das Image beeinflussen und welche Maßnahmen es gibt, um sie zur Verbesserung des Images einzusetzen. Hierzu werden mehrere Filme inhaltlich untersucht und teilweise beschrieben, um das vom jeweiligen Film vermittelte Bild zu beschreiben und die für die Thematik relevanten Aspekte herauszuarbeiten. Abgesehen davon werden Versuche angesprochen, das Image von Informatikern in der Gesellschaft aufzubessern.

Themengruppe "Materielle Konditionen"

Die materiellen Konditionen von IT-Berufen werden gemeinhin als sehr gut angesehen - es ist allerdings nicht alles Gold, was glänzt.
Vorträge zu dieser Themengruppe:

Benjamin Elfers: Brutto vs. Netto

Ein Hauptargument zugunsten von Informatik-Studiengängen sind die hohen Gehälter - diese werden allerdings durch Steuern und Sozialabgaben kräftig reduziert. Der Vortrag zeigt anhand verschiedener Beispiele, wieviel netto übrig bleibt.

Themengruppe Imageverbesserung

Es wurden viele Maßnahmen ergriffen, die das Image der Informatik verbessern sollten. Gewirkt haben nur wenige. Der Vortrag soll Maßnahmen vorstellen und bewerten oder, im Falle besonders kreativer TeilnehmerInnen, neue Maßnahmen vorschlagen.
Zugehörige Vorträge:

Bastian Schröder: Informatik-Wettbewerbe

Vorgestellt werden im Detail drei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Wettbewerbe, der "Bundeswettbewerb Informatik", der "Informatik Biber" und der RoboCupJunior. Wie sind diese strukturiert? Wie sind die Aufgaben aufgebaut? An wen richten sich diese Wettbewerbe und welche Ziele verfolgen sie? Lassen sich Jugendliche überhaupt motivieren, an solchen Wettbewerben in ihrer Freizeit teilzunehmen?

Janette Kaba: Das Informatik-Jahr 2008 in der Schweiz

Informatiker sind Geeks und Nerds (Streber und Freaks)! Informatiker sein, bedeutet arbeiten mit Anwendungsprogrammen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Erstellen von Graphiken)!
Informatiker verkriechen sich im Keller und sind zurückhaltend!
Diese Klischees und Vorurteile wollte die Schweiz vernichten und somit veranstalteten sie im Jahr 2008 ein Informatikjahr. Dieses große Projekt sollte zur Imageverbesserung der Informatik beitragen und war ein Jahr lang in allen Gebieten der Schweiz präsent. Auf die Methoden und Projekten, mit denen die Veranstalter versucht haben, das Image der Informatik aufzupolieren, gehe ich in meinem Vortrag genauer ein.

Roberto Cespi: Videospiele als Einstiegsdroge in die Informatik

Seit dem 14. August 2008 ist es amtlich. Videospiele gehören seither zum deutschen Kulturgut. Ein Medium, das sich seit dem ersten Videospiel im Jahre 1958 immer weiter entwickelt hat und Gamer (Spieler) in fast allen Altersschichten in den Bann ziehen kann. Mein Vortrag befasst sich mit der Geschichte und der Entwicklung von Videospielen, dem aktuellen Image sowie dem wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg. Desweiteren befasse ich mich mit der Frage, ob Videospiele das Image der Informatik verbessern und somit als eine Art Einstiegsdroge in die Informatik angesehen werden können.

Tagesordnung für Samstag, 18.07.2009, 10:00-17:00

Raum: HC 8324. Die Vorträge sind öffentlich, Teilnahme allerdings nur nach Voranmeldung, da ggf. ein größerer Raum gewählt werden muß.
  • 10:00 Einlaß + Organisatorisches
  • 10:10 Robert Weber: Das inoffizielle Image der Informatik
  • 10:45 Tim Bäcker: Informatik in Filmen
  • 11:30 Bastian Schröder: Informatik-Wettbewerbe
  • ca. 12:20 Mittagpause
  • 13:00 Benjamin Elfers: Brutto vs. Netto
  • 13:40 Timo Kalleicher: Gehaltsstudien der c.t (verschoben auf nächstes Semester)
  • 14:20 Pause
  • 14:30 Janette Kaba: Das Informatik-Jahr 2008 in der Schweiz
  • 15:00 Roberto Cespi: Videospiele als Einstiegsdroge in die Informatik
  • 16:10 Pause
  • 16:20 Manöverkritik, Preisverleihung, Vorschläge für neue Themen
  • 17:00 offizielle Scheineverleihung
Art Proseminar Informatik
Umfang 2S
Studiengang Diese Veranstaltung ist belegbar in allen Informatik-Studiengängen und eventuell einigen weiteren (auf Nachfrage).
Termine erste Vorbesprechung: Montag, 20.04.2009, 16:00, Raum H-C7324,
zweite Vorbesprechung: Montag, 27.04.2009, 16:30, Raum H-C8324,
weitere Besprechungen in Kleingruppen n.V.
Organisatorisches Treffen: Montag, 13.07.2009, 16:15, Raum H-C8324,
Seminarvorträge:
Samstag, 18.07.2009, 10:00-16:00 (7 Vorträge)
Schein / Prüfung Der Seminarschein wird gemäß den Einheitliche Regelungen für Prüfungen in den Studiengängen des Fachbereichs Elektrotechnik und Informatik vergeben.
Vorkenntnisse gem. 1. Studienjahr
Skript / Literatur / Materialien
  1. Allgemeine Hinweise für Teilnehmer an (Pro-) Seminaren
  2. Materialien des Projekts IIW:
    WWW-Auftritte mit umfangreichen Informationsangeboten
  3. dito, Publikationen des Projekts IIW
  4. dito, Bibliographie des Projekts, Themengebiete: Image der Informatik, Gender und Informatik, Regionalität, Berufswahl u.a.
  5. [Sa2005Bibl]: Extrem umfangreiche, kommentierte Bibliographie zum Thema Gender and Technology in der Informatk; ca. 700 Einträge, bis 2005
  6. Quellen zum Thema Imageverbesserung
  7. Quellen zum Thema Image der Informatiker
  8. Quellen zum Thema materielle Konditionen
Für diejenigen, die Medieninformatik studieren, kann es hilfreich sein, einschlägige Lehrmodule des Studiengangs DAInfMW vorab durchzusehen:
  1. Lehrmodul Medienanalyse - Analyse audiovisueller Medien
  2. Lehrmodul Medienanalyse - Textanalyse
Dort sind weitere Quellen direkt angegeben oder nach kurzer Suche im WWW zu finden, u.a.
  1. J. Monaco: Film verstehen. Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Neuen Medien, rororo Taschenbuchausgabe in 2 Bänden, 2000
  2. Merkblatt zu Thesenpapieren und Referaten (von der Homepage von Frau Sandra Nuy)
  3. Kommentierte Literaturliste medienwissenschaftlicher / medienanalytischer Publikationen
  4. Richtlinien zur Gestaltung eines Thesenpapiers
Veranstalter Udo Kelter, H-C8322, Tel. 2611 (Sprechstunde: immer nach der Vorlesung und n.V.)
Sonstiges / Anmerkungen:
LSF-Eintrag

Stand: 01.10.2009