Allgemeine Hinweise für Teilnehmer an Seminaren
Udo Kelter
Praktische Informatik, Fachbereich Elektrotechnik
und Informatik
Universität Siegen, 57068 Siegen
kelter@informatik.uni-siegen.de
April 2003
Zusammenfassung:
Dieses Papier wendet sich an Studenten,
die zum ersten Mal an einem (Pro- oder Haupt-)
Seminar1 teilnehmen und die noch keine Erfahrung in der
Vorbereitung von Seminarvorträgen haben.
Vermittelt werden grundlegende Informationen zum
Ablauf eines Seminars und den Arbeitsmethoden bei
der Vorbereitung eines Seminars.
1 Motivation und Einordnung
Dieses Papier wendet sich vor allem an Studenten, die
an der Fachgruppe Praktische Informatik an einem Seminar
teilnehmen, bisher aber noch keine oder nur wenig
Erfahrung bei der Vorbereitung von Seminaren haben und
denen daher gewisse handwerkliche Fähigkeiten fehlen, die
die Vorbereitung von Seminaren sehr erleichtern. Diese
handwerklichen Fähigkeiten sind relativ unabhängig vom
vorzutragenden Stoff. Dieses Papier gibt nur eine
Einführung in diese Themen. Gegebenenfalls sollte man
weitere ausführlichere Literatur hinzuziehen.
Teilnehmer an einem Seminar sollen im einzelnen
folgende Leistungen erbringen:
- Abhalten eines Vortrags
- Erstellen einer Ausarbeitung zum Vortrag
- Teilnahme an den Diskussionen zu allen Vorträgen
Die erfolgreiche Teilnahme am Seminar wird nur dann
bescheinigt, wenn alle drei Teilleistungen erbracht
worden sind. Insb. wird bei unentschuldigtem Fehlen
bei den Vorträgen keine erfolgreiche Teilnahme bescheinigt.
Ferner muß jeder Teilnehmer schriftlich versichern,
die Texte selbst verfaßt und Zitate als solche
kenntlich gemacht zu haben.
Ein Seminar verfolgt mehrere Lernziele, die sich
zum Teil qualitativ von den Lernzielen von
Vorlesungen, Übungen oder Praktika unterscheiden:
- Die Fähigkeit, vor einem Fachpublikum einen Vortrag
zu einem wissenschaftlichen Thema abzuhalten, gehört
zur Grundausbildung jedes Akademikers. Hierbei spielen
eine Reihe von didaktischen Aspekten eine wesentliche
Rolle, die ansonsten nicht im Studium vermittelt werden.
Besonders lehrreich sind die (gelegentlich zu
beobachtenden) Schwächen in den Vorträgen der anderen
Seminarteilnehmer.
- Wesentlich an einem Seminar ist die Teilnahme
an den Diskussionen zu den Vorträgen. Hier ist
die Rolle des Vortragenden und des Zuhörer zu
unterscheiden.
Bei Diskussionsbeiträgen von Zuhörern wird es
sich in vielen Fällen um bloßes Nachfragen
nach Fakten handeln. Die Zuhörer sollen hierbei
einüben, gezielt solche Fragen zu stellen, die
ihre Verständnisschwierigkeiten am
effizientesten beheben. Die eigentlich
interessanteren Diskussionsbeiträge von Zuhörern
bestehen darin, dem Vorgetragenen z.B. eigene
Erfahrungen gegenüberzustellen, die aus dem
eigenen Vortrag oder beruflichen Erfahrungen
stammen können, und so das dynamische, der
Situation angepaßte Erklären von Sachverhalten
einzuüben.
Als Vortragender soll man lernen, die Fragen von
Zuhörern richtig aufzufassen und natürlich ad
hoc in der Vortragssituation eine brauchbare
Antwort in verständlicher Form zu liefern. Dabei
sollten kritische Bemerkungen zum Stoff des
Vortrags nicht als persönliche Kritik aufgefaßt
werden, da der Vortragsstoff i.d.R. von anderen
Autoren stammt.
- Die im Rahmen des Seminars zu erstellende
Ausarbeitung des Vortrags kann man als eine kleine
Generalprobe für die spätere Diplomarbeit ansehen,
bei der das Planen und Strukturieren eines Textes
geübt werden kann.
- Ein ganz wesentliches Lernziel eines Seminars ist
das selbständige Erarbeiten von Stoff anhand von
Originalliteratur, insbesondere von Artikeln in
Tagungsbänden von wissenschaftlichen Konferenzen bzw. Zeitschriften. Diese Fähigkeit wird häufig im Rahmen
der Diplomarbeit sowie oft später im Berufsleben
benötigt. Die hier zu erwerbenden Fähigkeiten sind
auch weitgehend unabhängig von einem konkreten Stoff.
Sie umfassen vor allem die Benutzung von
wissenschaftlichen Bibliotheken und das Lesen von
englischer Originalliteratur.
- Ein weiteres Ziel ist Erfahrung im
Erschließen zusätzlicher Quellen. Im einfachsten
Fall sind in einem vorgegebenen Artikel
Referenzen angegeben, von denen die eine oder
andere lesenswert erscheint. Hier muß nur noch
eine Kopie der Quelle besorgt werden.
Darüber hinaus muß manchmal generell nach
Quellen zu einem bestimmten Thema gesucht
werden. Hierzu sollte gelernt werden, wo die
wichtigsten einschlägigen Datenbanken zu finden
sind und wie man sie benutzt.
- Der Umfang eines Seminars wird üblicherweise mit 2
Semesterwochenstunden angesetzt, entsprechend etwa 12 -
14 Terminen. Pro Termin ist Zeit für einen Vortrag von
ca. 60 Minuten zzgl. Zeit für Diskussionen.
Aus dem vorstehenden ergibt sich, daß Seminare mit
weniger als ca. 8 Teilnehmern nicht sinnvoll sind, da bei
einer zu kleinen Teilnehmerzahl praktisch alle
vorstehenden Ziele nicht erreicht werden.
2.1 Proseminare und (Haupt-) Seminare
Proseminare sind Teil des Grundstudiums und
zielen vor allem auf die drei ersten und das
fünfte der vorgenannten Ziele. Man sollte im
3. oder 4. Fachsemester daran teilnehmen; das
fachliche Anspruchsniveau der Vorträge ist deutlich
geringer als bei Hauptseminaren, da nur die ersten
2 bzw. 3 Fachsemester vorausgesetzt werden können.
(Haupt-) Seminare sind Teil des Hauptstudiums: hier
verschiebt sich das Gewicht auf die drei letzten
vorgenannten Ziele.
Üblicherweise behandeln (Haupt-) Seminare
speziellere bzw. vertiefende Themen und entsprechen
daher bzgl. des vermittelten Stoffs einer
Spezialvorlesung von ca. 2 SWS. Deshalb wird oft
auch eine grundlegende Lehrveranstaltung des
Hauptstudiums (zumindest ein Kernfach, oft
zusätzlich eine darauf aufbauende Vorlesung)
vorausgesetzt. Hauptseminare werden daher am besten
ab dem 6. oder 7. Fachsemester besucht.
2.2 Plagiate
Innerhalb der Ausarbeitung des Vortrags sind
wörtliche Zitate anderer Quellen erlaubt, solange
deren Gesamtumfang gering bleibt (maximal 5 % des
Textes) und sofern die zitierten Stellen mit
Quellenangaben kenntlich gemacht werden.
Wesentliche Lernziele eines Seminars werden
nicht erreicht, wenn einfach lange Textpassagen aus
anderen Quellen zusammenkopiert werden. Sofern
Zitate entgegen der Kennzeichnungspflicht nicht
kenntlich gemacht werden und dieses Texte
fälschlich als eigene Arbeitsergebnisse dargestellt
werden, liegt ein Täuschungsversuch vor. Alle
neueren Prüfungsordnungen des Fachbereichs legen
daher fest, daß Seminarteilnehmer folgende
Erklärung abgeben müssen:
Hiermit versichere ich, daß ich die Ausarbeitung
zum Thema ........ selbständig verfaßt, keine
anderen als die angegebenen Quellen und
Hilfsmittel benutzt und Zitate kenntlich gemacht
habe.
Falschangaben können von der Universität Siegen
mit Bußgeldern bis zu 500 Euro, die als Vorstrafen
gelten, geahndet werden. Außerdem ist in solchen
Fällen der Seminarschein nicht auszustellen; sofern
die Täuschung während des Studiums oder innerhalb
von fünf Jahren nach Ausstellung des
Abschlußzeugnisses entdeckt wird, ist gemäß den
Einheitlichen Regelungen für Prüfungsordnungen der
Leistungsnachweis einzuziehen und ggf. die
betroffene Abschlußprüfung insgesamt für nicht
bestanden zu erklären, der verliehene akademische
Grad abzuerkennen und die entsprechende Urkunde
einzuziehen.
Um eine ggf. automatisierte Suche nach Plagiaten
zu vereinfachen, wird zugleich verlangt, die
Ausarbeitung in Form einer PDF-Datei (mit
deaktiviertem Kopierschutz) abzuliefern.
3 Organisatorischer Rahmen
Die Vorbereitung und Durchführung eines Seminars
verläuft typischerweise in folgenden wesentlichen
Schritten:
- Zu Semesterbeginn werden die Themen vergeben.
Pro Teilnehmer ist ein Thema zu wählen.
Gemeinsame Vorträge mehrerer Studenten werden
generell nicht vergeben, da jeder Teilnehmer
alle vorbereitenden Tätigkeiten selbst
durchführen soll und eine qualitative
Arbeitsteilung den Lernzielen widerspricht. Eine
quantitative Arbeitsteilung ist nicht nötig, da
der Stoffumfang schon durch die Veranstalter
hinreichend begrenzt wird.
- Nach der Themenvergabe folgt eine erste Phase
des Lesens von Literatur mit anschließender
Stoffauswahl und einem Entwurf des
Seminarvortrags. Der Entwurf ist etwa fünf bis
sechs Wochen nach der Themenvergabe inklusive
einem Entwurf der Vortragsfolien bei den
Veranstaltern einzureichen.
- Der Entwurf kommt nach ca. ein bis zwei
Wochen mit dem Betreuer besprochen, wonach ggf. eine Überarbeitung des Entwurfs erforderlich
wird. Meist sind keine größeren Änderungen
erforderlich. Nach Abnahme des Entwurfs liegt
die Grobstruktur des Vortrags und der
Ausarbeitung weitgehend fest.
- In der nun folgenden Phase wird der Vortrag im
Detail geplant und die Ausarbeitung in der Endform
erstellt. Da die Vortragsausarbeitungen bereits vor
dem Seminarvortrag verteilt werden sollen, müssen sie
ca. eine Woche vorher in der endgültigen,
kopierfertigen Form bei den Betreuern eingehen.
- Das eigentliche Seminar kann in wöchentlicher Folge
zu einem festen Termin oder als Kompaktveranstaltung
innerhalb von ca. zwei Tagen stattfinden.
Der Arbeitsaufwand für ein Seminar variiert je
nach Vorkenntnissen im Themengebiet und nach der
Routine im Vorbereiten von Vorträgen zwischen 50
und 200 Stunden. Die Arbeitszeiten sind innerhalb
des oben erwähnten Rahmens zum Teil verschiebbar,
sollten aber insgesamt nicht unterschätzt werden.
In den neueren Studiengängen werden für
Veranstaltungen Leistungspunkte (LP) vergeben. Die
Leistungspunkte messen in etwa den Arbeitsaufwand
für die Veranstaltung. 1 LP entspricht ca. 30
Arbeitsstunden. Im Studiengang Angewandte
Informatik werden 4 LP für ein Proseminar bzw.
Seminar vergeben; ein Arbeitsaufwand von 120 wäre
somit normaler Durchschnitt.
Diese Gesamtzeit wird in etwa wie folgt
aufzuteilen sein:
-
- 5 h
- Besprechungen
- 5 h
- allgemeine Informationen, incl. Lesen
dieses Papiers
- 60 h
- Lesen von Originalliteratur, inhaltliche
Vorbereitung des Vortrags, Materialsammlung und
-Sichtung,
Literaturrecherchen
- 5 h
- Erstellung eines Entwurfs
- 10 h
- Erstellung von Folien
- 15 h
- Erstellung der Ausarbeitung
- 15 h
- Teilnahme an ca. 12 Vorträgen incl.
Diskussion
In Vorträgen, in denen Werkzeuge oder Systeme
vorgestellt werden, besteht die Materialsammlung
i.w. darin, das System kennenzulernen und
Unterlagen über das System zu besorgen und zu
lesen.
Den vorstehenden Arbeitszeiten liegen bestimmte
Annahme des Zeitaufwands pro Umfangseinheit
zugrunde. Als sehr grobe Richtschnur können
folgende Zeiten gelten:
- Lesen einer Seite Text: 5 bei einfachen, gut
geschriebenen Texten, bis zu 30 Minuten bei
anspruchsvollen Themen, englischen Texten und
schlechten Englischkenntnissen des Lesers
und/oder schlecht geschriebenen Texten
- Erstellung einer Folie: ca. 30 Minuten
- Ausformulierung einer Seite Test: ca. 1 - 2
Stunden
- Erstellung einer Graphik: ca. 30 Minuten
Der Aufwand hängt natürlich auch mit der erzielten
Qualität und der Erfahrung zusammen; speziell
Teilnehmer an Proseminaren sollten davon ausgehen,
daß sie für einen Vortrag von guter bis mittlerer
Qualität diese Zeiten nicht wesentlich
unterschreiten können.
Auf jeden Fall sollte für die Teilnahme an einem
Seminar ein entsprechendes Zeitbudget eingeplant werden.
5 Inhaltliche Einarbeitung
In einem Seminarvortrag soll ein bestimmter Inhalt
reproduziert werden. Dies bedingt natürlich, den
entsprechenden Stoff vorher selbst verstanden zu haben.
Ziel der Phase der Einarbeitung in den Stoff ist es daher,
diesen zu verstehen, einzelne Details einzuordnen und
deren Wichtigkeit einschätzen zu können, speziell auch
im Hinblick auf die spätere Stoffauswahl.
Der vorgegebene Inhalt des Vortrags wird im
wesentlichen definiert durch zwei bis vier Literaturangaben
speziell für diesen Vortrag. Neben den speziellen Quellen
für einen Vortrag werden für ein Seminar oft mehrere
allgemeine Artikel bzw. Bücher angegeben, die
einführendes Material enthalten oder Übersichten über
ein Themengebiet geben. Ferner liegt i.d.R. eine kurze
Beschreibung des Vortrags vor. Bei Unklarheiten über den
Inhalt des Vortrags sollte man sich nicht scheuen, beim
Betreuer nachzufragen.
Zu der vorgegebenen
Literatur sollte jeder Seminarteilnehmer bei Bedarf
weitere Quellen hinzuziehen, wenn z.B. gewisse Details
aus der bisher vorhandenen Literatur nicht ausreichend
klar werden. Als zusätzliche Literatur kommen vor allem
in Frage:
- die in den vorgegebenen Quellen zitierten Quellen,
- Quellen, die als Ergebnis einer allgemeinen Suche
nach Literatur zu bestimmten Themen gefunden wurden,
- ggf. weitere Literatur, z.B. Standardwerke oder
Literatur, die aus der beruflichen Praxis bekannt ist.
Für das Suchen nach Literatur zu bestimmten
Stichworten oder Themen stellt die
Universitätsbibliothek Services zur Verfügung,
speziell den on-line Katalog OPAC und die
Literaturdatenbank INSPEC. Daneben sind im WWW
Datenbanken und Übersichten zu vielen Themen
verfügbar; Hinweise sind vom jeweiligen Betreuer
zu erfragen.
Originalliteratur, also Artikel in
Konferenzbänden oder wissenschaftlichen Zeitschriften
unterscheiden sich ganz erheblich von den Lehrbüchern oder
sonstigen Lehrtexten. Aus hier nicht weiter zu
diskutierenden Gründen ist die didaktische Qualität
solcher Literatur oft wesentlich schlechter als die von
Lehrtexten. Hinzu kommt das für Anfänger oftmals
ungewohnte Englisch. Die Probleme mit dem Englisch lassen
sich nur durch intensives Benutzen von Lexika oder anderen
Hilfsmitteln oder durch Rückfragen bei Personen mit
besseren Englischkenntnissen beheben. Es sei an dieser
Stelle davor gewarnt, daß oftmals Begriffe aus dem
Englischen innerhalb von Papieren mit einer sehr
speziellen, nur für dieses Papier gültigen Bedeutung
benutzt werden und deren Bedeutung aus dem Kontext dieses
Papiers erschlossen werden muß.
Als erstes stellt sich die Frage,
welche Quellen in welcher Reihenfolge durchgearbeitet
werden sollen. Generell sollte man zuerst einführende
Artikel bzw. Übersichten lesen, danach erst speziellere
Artikel. Ggf. sollte man noch einmal in Lehrbücher oder
Kurse hineinsehen; dies kann auch später punktuell
geschehen, um einzelne Wissenslücken aufzufrischen. Ziel
der Lektüre der einführenden Literatur ist es, für das
Gebiet, in dem der Vortrag liegt, die wesentlichen
allgemeinen Begriffe, die Problemstellungen und
entsprechende Lösungsansätze kennenzulernen, um den
Inhalt des Vortrags entsprechend einordnen zu können.
Erst vor einem solchen Hintergrund sollte die speziellere
Literatur zu einem Seminarvortrag gelesen werden.
Die nächste Frage ist die, wie nun einzelne
Artikel gelesen werden sollen. In fast allen Fällen ist es
falsch, einen Artikel sequentiell von vorne bis hinten
durchzulesen. Stattdessen sollte besser nach der
nachfolgend beschriebenen 4-Schritt-Methode
vorgegangen werden. Da allerdings der Prozeß des
Verstehens und Aufnehmens von Informationen individuell
recht verschieden ist, sollte man diese Methode nach
Bedarf und den individuellen Vorlieben variieren.
Bevor man überhaupt mit der Lektüre beginnt,
sollte man sich klar machen, warum man einen bestimmten
Text lesen will und was man aus diesem Text erfahren bzw. lernen möchte. Hierzu ein Beispiel: Wenn in einem
Seminarvortrag z.B. ein System X vorgestellt werden soll,
besteht eines der ersten Ziele darin, sich eine Übersicht
über das System X zu verschaffen, ohne sich bereits
verfrüht mit Details zu befassen. Sie suchen also ganz
gezielt nach Texten bzw. Textstellen, die Ihnen diese
Information liefern.
Mit jeder einzelnen Quelle und ggf. mit einzelnen
Kapiteln in umfangreichen Werken wird nun wie folgt
verfahren:
- Schritt 1 besteht darin, eine Quelle zunächst zu
sichten und einen groben Überblick zu gewinnen. Ziel
ist herauszufinden, an welchen Adressatenkreis sich die
Quelle wendet, welche Vorkenntnisse vorausgesetzt
werden und was in der Quelle vorgestellt wird. Hierzu
sollte man die Zusammenfassung durchlesen, evtl. eine
Liste von Schlüsselworten, die Kapitelüberschriften,
evtl. Teile der Einleitung oder eines Kapitels mit
Überschrift ``Motivation'', ggf. am Ende des Textes
eine Zusammenfassung oder einen Ausblick, nicht aber
die inneren Teile des Textes. Diese Einordnung bzw. Übersicht sollte auf alle Fälle sofort aufgeschrieben
werden und kann später dazu verwendet werden, ein
kommentiertes Literaturverzeichnis zu erstellen.
- Schritt 2 besteht darin zu entscheiden, ob dieser
Text überhaupt gelesen werden soll bzw. welche Teile
genau durchgesehen werden sollen oder ob der Text
zunächst zurückzustellen ist, falls z.B. gewisse
Vorkenntnisse noch zu erwerben sind oder weil er im
Moment keinen nützlichen Beitrag zur Lösung der
aktuellen Fragestellungen liefert.
- In Schritt 3 werden nunmehr die Teile des Textes,
die intensiv gelesen werden sollen, durchgearbeitet.
Hierbei sollten gleich Notizen angelegt werden.
Beispielsweise sollten wesentliche Denkansätze,
Definitionen oder Zusammenhänge sofort notiert
werden. Es ist ganz wesentlich, diese mit eigenen
Worten wiederzugeben und nicht nur im Text einzelne
Passagen zu markieren oder zu unterstreichen. Die
Notizen sollten am besten auf Karteikarten oder
Zetteln2 untergebracht werden, die später relativ leicht nach
bestimmten anderen Kriterien sortiert werden können.
Sie bilden hinterher die wesentliche Basis für die
Endversion des Vortrags.
- Nach dem Lesen und Ansammeln von Detailnotizen
sollten im 4. Schritt noch einmal alle Notizen
durchgesehen werden und es sollte eine Übersicht
erstellt werden, wobei insbesondere die großen Linien
und Denkzusammenhänge des Textes klargestellt werden
sollten. Auch hierzu können eigene Notizen angelegt
werden. An dieser Stelle sollte auch eine erste
Bewertung erfolgen, welche Details wesentlich und
welche unwesentlich sind.
Es ist ganz wesentlich alle ``Lesefrüchte''
immer sofort zu sichern, indem Notizen angelegt werden.
Diese bilden später eine außerordentlich hilfreiche
Gedächtnisstütze. Für die physische und logische
Organisation der Notizen sind verschiedene Möglichkeiten
denkbar, unter denen jeder nach seinen eigenen Vorlieben
auswählen muß.
6 Der Vortragsentwurf
Zunächst einmal ist es ganz wichtig zu erkennen, daß
zwischen dem Text der Ausarbeitung und dem während des
Vortrags gesprochenen Text ein ganz erheblicher Unterschied
besteht. Zweck der Ausarbeitung ist, den Seminarteilnehmern
ein späteres, unter Umständen gezieltes Nachlesen des
Vortragsinhalts zu ermöglichen, oder noch einmal den
kompletten Text als Lehrtext sequentiell lesen zu können.
Der Vortrag muß hingegen von den Zuhörern sozusagen in
Realzeit verarbeitet werden können. Dies bedeutet z.B.,
daß man im Vortrag unter Umständen Teile, die man z.B. vor zwanzig Minuten schon einmal erklärt hat, noch einmal
kurz wiederholen muß, während in der Ausarbeitung ein
kurzer Hinweis auf ein früheres Kapitel genügen würde,
zu dem der Leser dann ja ggf. zurückblättern kann.
Auch stilistisch werden sich die Ausarbeitung und der
Vortrag typischerweise deutlich unterscheiden. Im Vortrag
wird man z.B. lange, verschachtelte Sätze vermeiden.
Der Stoffinhalt von Ausarbeitung und
Vortrag soll in etwa der gleiche sein. Tendenziell
kann die Ausarbeitung ausführlicher sein,
insbesondere sollten dort auch Hinweise auf
weiterführende Literatur erscheinen. Allerdings
soll die Ausarbeitung keine wesentlichen, im
Vortrag nicht vorkommenden Inhalte enthalten.
Man sollte sich explizit
darüber klar werden, welche Vorkenntnisse man bei den
Zuhörern voraussetzt. Zunächst einmal ergeben sich aus
der Allgemeinliteratur zu einem Seminar und aus den
vorausgesetzten Lehrveranstaltungen bereits gewisse
Grundkenntnisse, die man voraussetzen kann. Darüberhinaus
verfügen oft viele Zuhörer bereits über recht
umfangreiche und spezielle Kenntnisse aus ihrer
beruflichen Erfahrung.
Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn in einem
Seminarvortrag allgemein verbreitete Begriffe anders
definiert werden als üblich, so daß leicht
Mißverständnisse oder Fehlinterpretationen auftreten
können. In diesem Fall sind entweder andere Bezeichnungen
zu wählen oder man muß auf sonstige Weise gezielt
Mißverständnissen vorbeugen.
Die gesamte, für einen
Vortrag zur Verfügung stehende Zeit beträgt
normalerweise etwa 60-75 Minuten. Hiervon entfallen
rund 10-20 Minuten auf Zwischenfragen und eine
Abschlußdiskussion. Für das Wechseln der Folien
oder sonstige organisatorische Tätigkeiten sind
noch einmal einige Minuten abzuziehen, so daß
netto rund 45-60 Minuten verbleiben.
Anhand der Notizen beim Lesen der Quellen sind
zunächst einmal die wichtigsten Begriffe, Thesen, Sätze
usw. zusammenzustellen. Sodann ist über ihre inhaltliche
Anordnung und die Reihenfolge ihrer Vorstellungen zu
entscheiden. Oftmals tritt der Fall auf, daß mehrere
komplexe, voneinander abhängende Begriffe einzuführen
sind. In diesem Fall sollte man diese erst kurz und
prägnant einführen, z.B. anhand eines kurzen Beispiels,
und auf dieser Basis dann die einzelnen Begriffe
ausführlicher diskutieren. Bei der Auswahl der
vorzustellenden Begriffe und der Ausführlichkeit ihrer
Darstellung ist die Erfahrung bzw. die Vorkenntnisse der
Zuhörer mit zu berücksichtigen. Es sollte möglichst
vermieden werden, die elementaren Begriffe, die ohnehin
jeder kennt, noch einmal ausführlich vorzustellen. Ebenso
sollten Überschneidungen mit vorangegangenen Vorträgen
vermieden werden. Hierzu können Sie sich ggf. mit anderen Seminarteilnehmern in Verbindung
setzen bzw. den Betreuer fragen. Wichtige Begriffe,
Verfahren usw. sollten möglichst anhand eines Beispiels
illustriert werden. Vorteilhaft ist es, wenn möglich,
ein durchgehendes Beispiel im gesamten Vortrag zu
verwenden.
Der Vortrag sollte
möglichst gut geordnet und übersichtlich aufgebaut
sein. Hierbei lassen sich zwei Gesichtspunkte
unterscheiden:
- Die dargebotenen Themen sollten folgerichtig
aufeinander aufbauen und Informationen sollten in einer
sinnvollen Reihenfolge dargeboten werden.
- Der Aufbau und die Gliederung sollten auch
äußerlich sichtbar gemacht werden. Mittel hierzu sind
insbesondere Überschriften, Bildung von Absätzen,
Hervorhebungen oder Zusammenfassungen.
Beide Aspekte zielen daraufhin, daß der Leser bzw. Zuhörer die Übersicht behält, den roten Faden sieht und
die aktuell dargebotenen Informationen richtig einordnen
kann.
Der Text bzw. Sprachaufwand sollte
in einem sinnvollen Verhältnis zur darin vermittelten
Information und deren Wichtigkeit stehen. Zu vermeiden ist
einerseits eine zu knappe, gedrängte Darstellung. Eine zu
weitschweifige, ausführliche Darstellung kann u.a. dadurch entstehen, daß inhaltlich nicht unbedingt
notwendige Einzelheiten, Zusatzinformationen oder
Erläuterungen präsentiert werden oder daß weit ausgeholt
oder vom Thema abgeschweift wird. Ferner können
Formulierungen weitschweifig oder umständlich sein,
Wiederholungen, Füllworte oder relativ leere Phrasen
enthalten.
Der Vortrag bzw. die
Ausarbeitung können, müssen aber nicht unbedingt,
zusätzliche anregende Zutaten enthalten, die beim Leser
Interesse oder persönliche Anteilnahme hervorrufen
sollen. Beispiele sind wörtliche Rede, Beispiele aus der
Berufspraxis, direktes Ansprechen der Zuhörer bzw. Leser, witzige Formulierungen usw.
Mit zusätzlichen Stimulanzien sollte eher
vorsichtig umgegangen werden. Sie gehen naturgemäß zu
Lasten der Prägnanz. Ziel sollte es sein, den Text
anregender, farbiger, abwechslungsreicher und persönlich
ansprechender zu machen, wo er es noch nicht von sich aus
ist.
Nachdem der zu präsentierende Stoff ausgewählt und
angeordnet ist, ist eine detaillierte Gliederung zu
erstellen, die typischerweise sowohl für die Ausarbeitung
wie auch für den Vortrag verwendet werden kann. Ggf.
sind zwei separate Gliederungen zu entwickeln. Zu jedem
Abschnitt in der Gliederung ist sodann
folgendes anzugeben:
- eine kurze Zusammenfassung, in der
insbesondere wesentliche dort eingeführte
Begriffe, vorgestellte Beispiele, Thesen,
Sätze, Aussagen oder sonstige wesentliche
Lernziele erwähnt werden. Für jeden Abschnitt
sollten etwa 3 bis 6 Zeilen Text ausreichen. Die
gesamte Gliederung mit den Zusammenfassungen der
Abschnitte sollte maximal etwa 5 Seiten
Text sein, minimal ca. 3 Seiten.
- eine ungefähre Schätzung des Zeitaufwands,
der im Vortrag für diesen Punkt benötigt wird.
Der Zeitaufwand sollte zwischen 3 und 5 Minuten
liegen. Kleinere Abschnittes sollten möglichst
zusammengelegt werden, größere geteilt werden.
Anhand des ersten Entwurfs dieser Gliederung sollte sodann
geprüft werden, ob das Zeitlimit von 60 Minuten (besser
50 Minuten) eingehalten werden kann, ob der Stoff in der
richtigen Reihenfolge präsentiert wird usw. Ggf. sollte
man schon an dieser Stelle einen Probevortrag halten, um
das Zeitlimit zu überprüfen. Der Entwurf der Gliederung
muß dann ggf. mehrfach überarbeitet werden.
Parallel hierzu sollte eine etwa 20 Zeilen lange
Zusammenfassung des Vortrags geschrieben werden.
Der Entwurf der Gliederung und der
Zusammenfassung soll dann zusammen mit den
Entwürfen der Folien an den Betreuer zur Kontrolle
geschickt werden (s. Abschnitt 3). Auf keinen Fall sollte bereits hier eine
vollständige Ausarbeitung erstellt werden.
7 Der Vortrag
Auf die Unterschiede zwischen den gesprochenen
Texten eines Vortrags
und einer Ausarbeitung wurde bereits oben hingewiesen.
Die Ausarbeitung einfach nur herunterzulesen, gilt in der
Informatik (im Gegensatz zu anderen Wissenschaften) als
absolute Todsünde. Einige Regeln zur Gestaltung des
Vortrags sind: Wichtige Sachverhalte sollten u.U. zweimal
vorgestellt werden, z.B. mit unterschiedlichen
Formulierungen oder aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Jeder größere Abschnitt sollte am Ende noch einmal
zusammengefaßt werden, wobei die wichtigsten Punkte und
die groben Linien noch einmal in Erinnerung gerufen werden
sollen. Lange verschachtelte Sätze sind zu vermeiden.
Bei der Planung des Vortrags ist ebenfalls an die
Aufnahmefähigkeit der Zuhörer zu denken. So ist zum
einen die Aufnahmefähigkeit der Zuhörer je nach
Tageszeit verschieden (z.B. gegen 10 Uhr Vormittag sehr
gut, nach dem Mittagessen zwischen 14 und 15 Uhr hingegen
meistens relativ schlecht). Während eines Vortrags kann
man typischerweise beobachten, daß anfangs die
Aufmerksamkeit relativ hoch ist (für ca. 5 bis 10
Minuten) danach eine Abschwächung eintritt und erst im
weiteren Verlauf wieder eine höhere Aufmerksamkeit
erreicht wird.
Alle Vorträge sind prinzipiell immer mit Folien zu
unterstützen. Es ist sehr wichtig, sich klarzumachen,
daß optische Information normalerweise sehr viel
intensiver aufgenommen wird als akustische. Hieraus
ergeben sich mehrere Konsequenzen. Zum einen ist der
Lerneffekt bei alleiniger akustischer Darbietung des
Stoffs, also bei einem nur gesprochenen Vortrag, im
allgemeinen nicht sehr gut. Zweitens ist es relativ
sinnlos, optische und akustische Informationen miteinander
konkurrieren zu lassen, d.h. z.B. Bilder oder Texte auf
Folien aufzulegen und währenddessen über andere Themen
vorzutragen. In der Regel dominiert die visuelle
Information ganz eindeutig, so daß der gesprochene Text
nach kürzester Zeit vergessen ist. Der beste Lernerfolg
wird erzielt, wenn Information sowohl optisch wie auch
akustisch präsentiert wird.
Die Zeit zum Lesen von Folien bzw. zum Erfassen von
Bildern muß berücksichtigt werden. Als Daumenregel
sollte jeder Text auf einer Folie vorgelesen werden und
jedes Detail eines Bildes auf einer Folie erklärt werden.
Optische Information, die nicht auf solche Weise noch
einmal akustisch untermauert wird, sollte lieber
weggelassen werden. Hieraus ergibt sich auch, daß es
vollkommen sinnlos ist, Folien hektisch zu wechseln. Jede
Folie sollte wenigstens etwa 30 Sekunden auf dem Projektor
liegen bleiben.
Statt (vorgefertigter) Folien können auch
Tafelanschriebe oder on-line-Projektionen mit einem
Rechner eingesetzt werden. Tafelanschriebe
entsprechen Folien, die während des Vortrags von
Hand beschriftet bzw. bemalt werden, und
Flip-Charts (letztere stehen an der Universität
i.d.R. nicht zur Verfügung). Bei Tafelanschrieben
ist vorab die Verfügbarkeit einer Tafel zu
klären.
On-line-Projektionen sind vielfach nur
aneinandergereihte Folien und dann eher von
beschränktem Wert, da sie die optische Qualität
von Folien nicht erreichen. Vielfach
erzeugen die Projektoren nur einen schwachen
Kontrast, das projizierte Bild ist meist wesentlich
kleiner als bei Folien-Projektoren und die
erreichbare Auflösung (z.B. 600 * 800 Punkte) um
Größenordnungen schlechter als bei Folien,
wodurch z.B. Texte schlecht lesbar werden können.
On-line-Präsentationen bringen erst dann einen
wirklichen Gewinn gegenüber Folien, wenn
Bewegungselemente eingebaut werden; allerdings
verursachen anspruchsvollere
Präsentationen3 einen ganz erheblichen Aufwand.
Wir gehen daher im folgenden nur von Folien aus.
Die folgenden Bemerkungen gelten aber auch analog
für Tafelanschriebe.
Die Folien sollten nur
Stichworte bzw. kurze Sätze enthalten, z.B. wichtige
Definitionen. Lange Textpassagen sollten vermieden werden,
ebenso sehr komplexe Zeichnungen. Ggf. sollten Folien mit
Beispielen mehrfach aufgelegt werden und dann stückweise
erklärt werden.
- Am Rand sollten ca. 2 cm Platz freigelassen werden.
Rechnen Sie damit, daß manche Projektoren die Fläche
nicht gleichmäßig ausleuchten, insbesondere am Rand
und in den Ecken.
- Wegen mangelnder Raumhöhe ist u.U. für die
Zuhörer in den hinteren Teilen des Vortragsraums nur
die obere Hälfte der projizierten Folien sichtbar.
Dieses Problem kann dadurch gelöst werden, daß die
Folie sukzessive auf dem Projektor nach oben geschoben
wird. Vermieden werden sollten aber Folien, derer
Inhalte als ganzer erkennbar sein muß.
- Die projizierte Folie muß aus einer
Entfernung von 6 bis 7 Metern noch lesbar sein.
Die Schrift auf der Originalfolie sollte etwa 16
- 24 Punkte groß sein. Auf gar keinen Fall
sollte Schrift in einer Größe, die bei Briefen
und Papieren üblich ist (10 - 12 Punkte), auf
Folie aufkopiert werden. Insgesamt ergibt sich
aufgrund der Schriftgröße, daß in der Regel
nicht mehr als etwa 15 - 20 Zeilen auf einer Folie
stehen sollten.
- Folien können sowohl mit Textsystemen erstellt (und
aufkopiert) oder direkt mit Folienstiften von Hand
beschriftet (sofern Sie eine lesbare Handschrift haben)
werden. Handgeschriebene Folien sehen meist
interessanter aus als mit Textsystemen erstellte.
Manche Fehler (z.B. viel zu kleine Schrift) kann man
mit handgeschriebenen Folien gar nicht erst machen.
- Verwenden Sie nur dunkle Farben. Helle Farben (z.B. gelb, rosa, hellgrün) sind projiziert praktisch nicht
sichtbar.
- Verwenden Sie Farben, sofern die überhaupt
Farben im Text verwenden, systematisch, z.B. schwarz für normalen Text, blau für
Definitionen, rot für Beispiele.
- Schreiben Sie ggf. an den oberen Rand jeder Folie
Namen und Nummer des gerade aktuellen Abschnitts, um
den Zuhörern die Übersicht zu erleichtern.
- Schauen Sie beim Vortrag möglichst die Zuhörer an
und nicht die Decke oder Ihre Füße. Zuhörer, die
nicht angeschaut werden, haben oft das Gefühl, nicht
angesprochen zu sein.
- Komplizierte Sachverhalte, z.B. Zeichnungen, können
Sie eventuell auf einem Extrablatt an die Zuhörer
verteilen. Da diese Zeichnungen normalerweise auch Teil
der Ausarbeitung sein werden, können Sie ggf. auch
auf die entsprechende Seite der Ausarbeitung verweisen.
- Zeigen Sie mit einem spitzen Gegenstand auf die
Stelle der Folie, die Sie gerade besprechen. Es ist in
der Regel günstiger, auf die an der Wand projizierte
Fläche als auf die auf dem Projektor liegende Folie zu
zeigen, denn dabei können Sie in einem kontrollieren,
ob die Folie wirklich lesbar ist.
Halten Sie unbedingt vorher einen Probevortrag.
Denn nur so können Sie ein Gefühl für die Zeit
entwickeln, die Sie für Formulierungen oder für
organisatorische Dinge, wie z.B. Folienwechsel, brauchen.
Stellen Sie vor Beginn des Vortrags sicher, daß Sie
genügend Platz neben dem Projektor zur Ablage der Folien
haben.
8 Die Ausarbeitung
Auf den Zweck der Ausarbeitung wurde bereit oben
hingewiesen. Generell sollte es Ihr Ziel sein, die
Ausarbeitung so gut wie möglich sequentiell wie auch
punktuell lesbar zu machen. Die folgenden Bemerkungen
gehen daher nur noch auf einige eher mechanische Details
ein.
Alle benutzten Quellen sollen
vollständig angegeben werden. Hierzu ist am Ende jeder
Ausarbeitung eine nach Autorennamen alphabetisch sortierte
Liste aller Quellen aufzuführen. Es gibt mehrere
Konventionen, wie Literaturreferenzen notiert werden. Im
folgenden finden Sie einige Anregungen. Wählen Sie sich
selbst eine Konvention aus und wenden Sie sie einheitlich
an. Anzugeben sind zu jeder Quelle:
- die Namen der Autoren, deren Vornamen oder
ggf. nur die Initialen der Vornamen
- bei mehr als etwa drei Autoren sollte man
eventuell nur einen oder zwei explizit angeben
und die restlichen durch die Angabe ``et al.'' (= et
aliter; und andere) ersetzen
- den vollen Titel des Vortrags, Buchs oder Artikels,
ggf. mit Untertiteln
- bei Büchern und Monographien: Verlag, Ort des
Verlags, Erscheinungsjahr und ggf. Monat, ggf. wievielte Auflage
- bei Artikeln in Konferenzbänden: Angabe der ersten
bis letzten Seite und vollständige Angabe des
Konferenzbandes wie bei einem Buch; die Herausgeber des
Konferenzbandes sind wie Autoren zu behandeln, jedoch
mit dem Zusatz ``(ed.)'' um darzustellen, daß es sich
um Editoren und nicht um Autoren handelt
- bei Zeitschriftenartikeln: Name der Zeitschrift,
Nummer des Jahrgangs, ggf. Nummer des Hefts,
Erscheinungsjahr und Monat, Seitenangaben
- ein Kürzel zur Identifizierung von Quellen (dieses
sollte links herausgerückt aus der Liste gedruckt
werden, um eine leichte Orientierung zu ermöglichen).
Häufig gewählte Kürzel sind:
- eine laufende Nummer,
- der Name des ersten Autors, das Jahr des
Erscheinens und ggf. ein Buchstabe, sofern
die beiden ersten Angaben nicht eindeutig
sind oder
- die Initialen der Autoren, das Jahr und ggf. ein
unterscheidender Buchstabe.
- ggf. ein kurzer Kommentar, der den Inhalt
der Quelle beschreibt oder sonstige
zweckdienliche Hinweise gibt.
Im Text sollen die Quellen anhand der Kürzel zitiert
werden, indem das Kürzel in eckigen Klammern oder
Schrägstrichen eingerahmt wird.
Längere Textpassagen, die Sie aus
einer Quelle abgeschrieben haben, müssen als Zitate
gekennzeichnet werden. Sie sind hierzu in
Anführungszeichen zu setzen und die verwendete Quelle ist
mit genauer Seitenangabe anzugeben.
Die Originale Ihrer
Ausarbeitung sollten gut kopierbar sein.
Für das Format der Ausarbeitung gelten folgende
Regeln:
- Da die Ausarbeitungen zweiseitig kopiert werden,
muß rechts und links ein Heftrand von ca. 2,5 cm frei
bleiben. An den oberen und unteren Rändern sollte ein
Rand von ca. 2 cm frei bleiben.
- Bilder sollten möglichst kontrastreich sein und
können in die Vorlage eingeklebt werden.
- Die Titelseite sollte den Namen des Seminars
enthalten, den Titel des Vortrags, Namen des Autors,
ggf. Datum, Inhaltsübersicht und Zusammenfassung
(vgl. Titelseite dieses Papiers). Ggf. können
zusätzlich Stichworte angegeben werden.
- Die Seitenköpfe zu Vortrag x.y. sollen oben
links z.B. den Titel des Vortrags enthalten und
oben rechts die Seitenzahl.
Fußnoten
- ...
Seminar1
- Im Fachbereich 12 werden vielfach
Veranstaltungen, die eigentlich Übungsgruppen
sind, als Seminare bezeichnet. Dieses Papier
versteht unter einem Seminar eine Veranstaltung,
bei der jeder Teilnehmer anhand von
Literaturvorgaben einen Vortrag hält und eine
Ausarbeitung zum Vortrag anfertigt.
- ... Zetteln2
- Rechnereinsatz ist in dieser Phase oft eher
schädlich. Das Füllen von Dateien ist kein Ersatz
für Denkarbeit!
- ...
Präsentationen3
- Der Anspruch hängt natürlich von Publikum ab.
Präsentationen, bei denen die Stichworte immer
schön vom linken Bildrand in die Mitte rutschen
und später zerbröseln, sind z.B. sehr gut an das
Anspruchsniveau von Grundschülern, die viele
Zeichentrickfilme sehen, angepaßt.
Kommentare und Fragen bitte an Udo
Kelter,
Fachgruppe Praktische Informatik, FB 12,
Univ.
Siegen,