Hinweise zu mündlichen
Prüfungen für ``Anfänger''
Terminreservierung
Da mündliche Prüfungen Einzelprüfungen sind, ist
stets eine Terminvereinbarung notwendig.
Die aktuell verfügbaren Termine können
vormittags im Sekretariat (Tel. 740-2612) erfragt
und reserviert werden. (Bitte Öffnungzeiten des Sekretariats beachten!)
Termine werden maximal 2 Wochen im
voraus reserviert, da nach bisherigen
Erfahungen ca. 50 - 70 % der längerfristigen
Reservierungen einen Tag vor der Prüfung abgesagt
werden.
Wenn Sie zu einem bestimten Datum eine Prüfung
planen, können Sie i.d.R. in einem Zeitraum von ca.
+/- 5 Arbeitstagen um diesen Zeitpunkt einen Termin
bekommen. Ausgenommen hiervon sind Urlaubszeiten;
wenn Sie eine Prüfung in der vorlesungsfreien Zeit
planen, sollten Sie sich vorab nach den
Urlaubszeiten erkundigen.
Abhängig vom Bedarf werden ausreichend viele
Prüfungstermine angeboten, so daß mit Ausnahme der
Urlaubszeiten garantiert wird, daß innerhalb
von 2 Wochen ein freier Termin verfügbar ist.
Prüfungsplanung
Die Termine mündlicher Prüfungen können im
Prinzip völlig frei gewählt werden, also auch mit
größerem zeitlichen Abstand nach der Veranstaltung.
Aus Gründen der Arbeitsökonomie sollte dieser
Abstand aber nicht zu groß gewählt werden.
Die Inhalte der Veranstaltungen ändern sich im
Laufe der Zeit. Auf Wunsch können Sie auch nach der
vorletzten Version einer Vorlesung geprüft werden.
Bitte geben Sie dies zu Beginn der Prüfung explizit
an, da sich ansonsten nach der jeweils letzten
Version prüfe.
Mehr als 2 Jahre zurückliegende, nicht mehr
aktuelle Versionen von Vorlesungen prüfe ich i.a.
nicht mehr.
Hinweise zu mündlichen Prüfungen für
``Anfänger''
Die folgenden Hinweise sind vor allem gedacht für
Studentinnen und Studenten der
Wirtschaftsinformatik, die bei der Prüfung in den
Fächern Softwaretechnik I und Datenbanksysteme I zum ersten Mal eine
mündliche Prüfung ablegen müssen und in dieser
Hinsicht noch unerfahren sind. Diese Hinweise
sollen es Ihnen ermöglichen, sich gezielter auf
mündliche Prüfungen im allgemeinen vorzubereiten
und einige typische Fehler zu vermeiden.
Ablauf einer mündlichen Prüfung
Mündliche Prüfungen finden normalerweise in meinem Büro statt.
Anwesend ist außer dem Prüfer und dem Kandidaten noch ein
Beisitzer, der ein Protokoll führt, welche Fragen gestellt worden
sind und wie in etwa die Antworten zu bewerten sind.
Sie können, wenn Sie möchten, zu Beginn der Prüfung einen
kurzen Vortrag von ca. 3 - 5 Minuten über ein von Ihnen selbst
ausgesuchtes Thema aus dem Prüfungsgebiet halten, um sich
``warmzureden''.
In den rund 30 Minuten Prüfungszeit werden Ihnen ca. 8 - 10 Fragen
gestellt, die Sie entweder nur mündlich oder ergänzend auf Papier
beantworten müssen.
Nach Ablauf der Fragezeit bitte ich Sie, den Raum kurz zu
verlassen, um mich mit dem Beisitzer über die Note zu beraten.
Anschließend wird Ihnen die Note sofort mitgeteilt und begründet.
Unterschiede zu Klausuren
Da Ihnen im Prinzip Klausuren als Prüfungsform schon bekannt sein
sollten, gehe ich vor allem auf die Unterschiede zu Klausuren ein.
- Mündliche Prüfungen sind bedeutend kürzer als
Klausuren. Dies schränkt die möglichen Fragen /
Aufgaben dahingehend ein, daß i.w. nur kompakt,
also in wenigen Sätzen formulierbare Fragen
gestellt werden können; ebenso muß eine Frage
innerhalb 1 - 5 Minuten beantwortbar sein.
Häufig sind daher Fragen nach Begriffen,
Definitionen, Begründungen oder kurzen
Beispielen. Umfangreiche Themen und
Aufgabenstellungen scheiden hingegen aus.
Insofern sind die Fragen bei mündlichen
Prüfungen tendenziell etwas einfacher als bei
schriftlichen.
- Während man bei einer Klausur relativ lange
nachdenken kann, ggf. auch ins Unreine - man
kann das ja hinterher wieder durchstreichen,
sollte man bei einer mündlichen Prüfung nach relativ
kurzer Zeit eine brauchbare Antwort liefern
können.
Eine mündliche Prüfung ähnelt
insofern einem Gespräch mit einem Kunden oder
Kollegen (in Ihrem späteren Berufsleben), wo es
auch keinen guten Eindruck macht, wenn Sie erst
ziemlichen Unfug reden, und zwar selbst dann,
Sie das (vielleicht) später selbst entdecken und
korrigieren. Ob Sie später überhaupt noch dazu
kommen, einen Fehler zu korrigieren, ist für Sie
viel weniger steuerbar als bei einer Klausur, wo
Sie selbst darüber entscheiden können, wofür Sie
die restliche Zeit verwenden. Ein Gespräch kann
dagegen einen Wendung zu einem anderen Thema
nehmen, und Sie haben dann keine Gelegenheit
mehr, einen Fehler zu korrigieren.
Bei mündlichen Prüfungen ist es also
wichtig, nach angemessener Zeit gleich die
richtige Antwort zu geben. Dies gilt vor allem
für einfache Fragen (3*3 müssen Sie schneller
rechnen können als 175*240). Zu den
``einfachen'' Fragen zählen insb. die schon
erwähnten Fragen nach elementaren, zentralen
Begriffen und Definitionen.
- Bei einer Klausur stehen die Fragen von
vorneherein fest, die Qualität der Antwort auf
die aktuelle Frage hat keinen Einfluß auf die
restlichen Fragen. Bei einer mündlichen Prüfung
hängen die Folgefragen oft von den Antworten auf
bisherige Fragen ab. Wenn Sie nicht wissen,
wieviel 3*3 ist, dann erübrigt sich die Frage
nach der Definition einer Primzahl.
- Wegen der beschränkten Zahl der Fragen sind
sowohl mündliche Prüfungen als auch Klausuren
nur Stichproben, also keine exakten
Meßinstrumente für das vorhandene Wissen. Der
Faktor Zufall spielt bei beiden Prüfungsformen
eine Rolle, hierin besteht kein prinzipieller
Unterschied zwischen beiden Prüfungsformen.
Manche Leute meinen, der Zufall spiele bei
mündlichen Prüfungen eine stärkere Rolle;
darüber, ob ein solcher gradueller Unterschied
besteht, kann man viel spekulieren.
Bei manchen Prüflingen - solchen mit sehr
schlechten Kenntnissen - scheint diese
Spekulation zu dem Fehlschluß zu führen, daß die
Prüfung eine Art Lotterie sei. Man
beherrscht zwar nur 30 % des Stoffs, aber wenn
man Glück hat, wird man gerade danach gefragt,
man muß es nur oft genug probieren. Meines
Erachtens ist aber genau das Gegenteil der Fall:
die Wahrscheinlichkeit, daß gravierende
Wissenslücken erkannt werden, dürfte bei
mündlichen Prüfungen eher größer sein, weil
grundlegendes Wissen in vielen verschiedenen
Kontexten benötigt wird.
Einflußfaktoren auf die
Benotung
In die Benotung gehen folgende Einflußfaktoren ein:
- Waren die Antworten auf die gestellten
Fragen / Aufgaben
korrekt?
- Wieviele Fragen wurden beantwortet?
- Wie schwierig waren die Fragen? Wenn Sie
einfache Fragen nicht beantworten können, ist
das schlechter, als wenn Sie komplizierte und
selten benötigte Details nicht kennen. Dies sei
an einem Beispiel erläutert:
Angenommen, ich frage Sie im Prüfungsteil
zur Datenbanksysteme I, welche Probleme durch
redundante Datenspeicherung entstehen können und
was man dagegen unternehmen kann.
Wenn Sie nun mit dem Thema Redundanz rein
nichts anfangen können, schlußfolgere ich
daraus, daß Sie den kompletten Inhalt des
Lehrmoduls ``Entwurf redundanzfreier
Datenbankschemata'' nicht kennen. (Note für
diesen Bereich: 5)
Wenn Sie mir ungefähr erklären können, welche
Probleme durch redundante Datenspeicherung
entstehen können, vielleicht mit einem Beispiel,
und vielleicht sogar eine richtige Idee haben
(aber nicht genau begründen können), wie die
Redundanz beseitigt werden kann, erreichen Sie
bereits die Note 4. Für eine 3 sollten Sie z.B.
den grundlegende Begriffe wie BCNF, 3NF oder
funktionale Abhängigkeit halbwegs exakt erklären
können. Für eine 2 sollten Sie diese Begriffe
und einige weitere recht genau kennen und in
Beispielen anwenden können. Für eine 1 sollten
sie alle Fragen zum Stoff korrekt und ohne
Hilfestellung beantworten können, allenfalls
kleinere Ausrutscher bei Details sind gestattet.
- Waren Hilfestellungen notwendig?
Hilfestellungen, die Verständnisprobleme
ausräumen, sind unproblematisch. Problematisch
sind Hilfestellungen, bei denen der Prüfer Teile
der Lösung vorgeben muß, um die Antwort
voranzubringen, oder schon aufgetretene Fehler
korrigieren muß, um ein Verheddern in
Folgefehlern zu verhindern.
Es kann sein, daß Sie eine Frage nicht auf
Anhieb verstehen, weil sie unklar oder vage
formuliert oder nicht eindeutig interpretierbar
ist - das passiert durchaus. Fragen Sie in
diesem Fall unbedingt zurück und bitten darum,
die ihnen unklaren Aspekte der Frage noch zu
konkretisieren. Wiederholen Sie ggf. die Frage,
so wie Sie sie verstanden haben, mit ihren
eigenen Worten; ein eventuelles Mißverständnis
wird so leicht aufgedeckt.
Empfehlungen zur Prüfungsvorbereitung
- Die Vorlesungen Softwaretechnik I und
Datenbanksysteme I bauen inhaltlich auf der
Grundvorlesung ``Einführung in die Informatik I
und II'' im 1. und 2. Semester auf. Es ist also
kein Zufall, daß die Vorlesungen Softwaretechnik
I und Datenbanksysteme I in den Studienplänen
hinter der Einführung in die Informatik liegen.
Sie sollten daher unbedingt zuerst
die Prüfung über die Einführung in die
Informatik ablegen (und bestehen).
- Nehmen Sie aktiv an den Übungsgruppen zur
Vorlesung teil. Man kann nicht im Trockenen
schwimmen lernen, Sie müssen den Lehrstoff an
praktischen Beispielen anwenden. Ich frage
regelmäßig nach einfachen Anwendungsbeispielen
der Modellierungsmethoden und Abfragesprachen.
Positiv formuliert: Sofern Sie alle Aufgaben in
den Übungen zu den Vorlesungen selbst
erfolgreich bearbeitet haben, können Sie in der
Prüfung praktisch nicht mehr durchfallen, Sie
wissen dann einfach zuviel. Dieser Sachverhalt
kann sehr beruhigend wirken.
- Sehr zu empfehlen bei der Prüfungsvorbereitung
ist es, für jeden Stoffabschnitt die 5 - 10
wichtigsten Begriffe herauszusuchen und für
jeden Begriff eine kurze Definition oder
Motivation zu lernen.
- Bereiten Sie sich wenn irgend möglich
zusammen mit Kommilitonen auf die Prüfung
vor. Studenten, die sich alleine
vorbereiten, schneiden typischerweise 1 - 2
Noten schlechter ab als solche, die in Gruppen
lernen.
Sie sollten jeweils abwechselnd die Rolle des
Prüfers und Geprüften spielen. Die simulierte
Prüfung sollte unter Zeitdruck stattfinden. Am
einfachsten geben sich eine Zeitspanne vor (ca.
10 bis 15 Minuten) und werten aus, wieviele
korrekte Antworten in dieser Zeit gegeben worden
sind. Der Prüfer sollte natürlich nach der
Prüfung den Geprüften auf jede falsche oder
unklare Ausdrucksweise hinweisen.
Sofern Sie keinen Trainingspartner kennen,
biete ich Ihnen an und erlaube Ihnen explizit,
auf dem Schwarzen Brett neben Raum H-C8322
einen Zettel auszuhängen, in dem Sie nach
Trainingspartnern suchen. Sie können
auch gerne im Sekretariat eine entsprechende
Nachricht hinterlassen bzw. nach anderen
Personen fragen, die noch Trainingspartner
suchen.
Kurzfristige Abmeldung
Wenn Sie sich aus irgendeinem Grund gesundheitlich
nicht in Ordnung fühlen, sagen Sie die Prüfung
bitte ab, auch kurzfristig. Der späteste Moment ist
der, nachdem Sie Platz genommen haben und ich die
Frage gestellt habe, ob Sie sich ``in
prüfungsfähigem Zustand'' befinden. Durch eine
Absage erwachsen Ihnen vor Beginn der Prüfung keine
Nachteile. Nachteilig ist dies höchstens für
Kommilitonen, die keinen Termin mehr bekommen
haben.
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