im Fachbereich
12 Elektrotechnik und Informatik
der Universität Siegen
1. Elektrotechnik
2. Maschinentechnik
3. Medienwissenschaften
Bei allen Anwendungsfächern wird einheitlich der
akadademische Grad Diplom-Informatikerin bzw.
Diplom-Informatiker verliehen.
Das Curriculum des Studiengangs Angewandte Informatik sieht folgende Verteilung der Fachinhalte vor:
Die Angewandte Informatik versteht sich als interdisziplinärer Studiengang: der üblichen Semantik der deutschen Sprache folgend sind die Absolventen primär Informatiker. Die Kernkompetenz von Informatikern darin besteht, informationsverarbeitende Systeme, also Software in einem breiten Sinn, zu konstruieren.
Software existiert aber i.d.R. nicht um ihrer selbst willen, sondern um konkrete Anwendungsprobleme zu lösen. Informatiker, die die Begriffe, Gewohnheiten und Randbedingungen eines Anwendungsbereichs nicht kennen, haben erfahrungsgemäß Schwierigkeiten, die Anwendungsprobleme richtig zu verstehen und mit Anwendern bzw. Nichtinformatikern erfolgreich zu kommunizieren; es kommt so leicht zu Mißverständnissen und am tatsächlichen Bedarf vorbei konstruierten Systemen. Die Angewandte Informatik wirkt diesen Problemen entgegen, indem ein höherer Anteil des Studiums für das Anwendungsfach reserviert wird und indem nach der Grundausbildung vor allem solche Informatik-Fächer angeboten werden, die für das jeweilige Anwendungsfach besonders relevant sind, s. hierzu die folgende Graphik.
Der hohe Anteil des Anwendungsfachs kann leicht zu der Fehleinschätzung führen, man würde zum Experten im jeweiligen Anwendungsfach ausgebildet; dies ist definitiv nicht der Fall! (s. auch unten Bemerkungen zu den Vorkenntnissen, ferner ein ausführlicheres Papier zur Medieninformatik und dem dort unterstellten Arbeitsmarkt.)
Im Grundstudium von 4 Semestern Dauer werden
Grundlagen in der Informatik und im Anwendungsfach
vermittelt. Das Grundstudium schließt mit dem
Vordiplom ab.
Man muß hier vor einer gewissen Durststrecke
warnen. Als (vermutlich falschen, aber brauchbaren)
Vergleich nehmen wir an, Sie wollten
Stabhochspringen lernen, weil das Gefühl, durch die
Luft zu fliegen, dermaßen phantastisch sein muß,
daß Sie Ihren ersten Flug kaum abwarten können. Ihr
Trainer quält Sie dann aber monatelang mit
Liegestützen, Hanteltraining, 100m-Lauf und anderen
stupiden und irrelevanten Übungen und läßt Sie
nicht an den Stab. [Gratulation: Sie haben einen
guten Trainer!] Ein gewisses Maß an Geduld ist
leider auch bei den Angewandten Informatiken
erforderlich.
Zu Beginn des Hauptstudiums, überwiegend im 5. Fachsemester, werden im Bereich der Informatik vor allem sog. Kernfächer angeboten. Diese decken alle wichtigen Themen der praktischen Informatik ab, insb.
Das Dreieck in der vorstehenden Graphik symbolisiert Informatik-Fächer, die spezieller auf den Bedarf des jeweiligen Anwendungsfachs ausgerichtet sind. Bei der Medieninformatik wären dies z.B. Multimedia-Technologien, bei der Technischen Informatik z.B. der Schaltkreisentwurf. Vielfach werden solche Fächer auch dem Anwendungsfach zugeordnet, bei einer solchen Zuordnung kann der Anteil des Anwendungsfachs 50 % erreichen. Wir befinden uns hier in einem Übergangsbereich, in dem die Methoden und Techniken der Informatik für das jeweilige Anwendungsfach spezialisiert werden.
Das Hauptstudium kann nach 3 Semestern Regelstudienzeit mit dem Abschluß Diplom D1 beendet werden oder nach insg. 5 Semestern mit dem Diplom D2; Absolventen erhalten automatisch eine Bescheinigung, daß das Diplom D2 äquivalent zum international üblichen Master-Abschluß ist.
Während des Hauptstudiums ist für das Diplom D2
die Teilnahme an einer studentischen
Projektgruppe obligatorisch. Hier arbeiten ca.
6 - 10 Studenten 2 Semester lang an einer
umfangreichen Aufgabenstellung, deren Thematik
typischerweise in diesem Übergangsbereich liegen
wird. Projektgruppen können auch in Kooperation mit
externen Institutionen durchgeführt werden und
konkrete Aufgabenstellungen aus der Praxis zum
Gegenstand haben. Ein ganz wesentliches Ziel von
Projektgruppen ist der Erwerb sozialer Kompetenzen,
da die Studenten sich selbst in der Gruppe
organisieren müssen.
Der Studiengang Wirtschaftsinformatik ist
organisatorisch beim Fachbereich 5
Wirtschaftswissenschaften angesiedelt. Seine
Informatik-Anteile sind identisch mit
Veranstaltungen, die im Rahmen der Angewandten
Informatik angeboten werden, und werden vom
Fachbereich 12 angeboten.
Die Prüfungsordnung läßt die zeitliche Anordnung der Fächer auf die Studiensemester offen. Ein Vorschlag für diese Anordnung findet sich zum einen in dem Stundenplanheft, das der Fachbereich jedes Semester herausgibt, ferner auf weiteren Informationsmateralien.
Detaillierte Informationen zu den Informatik- und Elektrotechnik-Vorlesungen finden sich auf den WWW-Seiten der Fachgruppen des FB12, die die jeweiligen Vorlesungen anbieten.
Detaillierte Informationen zu den Vorlesungen
und Seminare im kulturwissenschaftlichen und
sozialwissenschaftlichen Bereich finden sich
analog auf den WWW-Seiten der Fachbereiche 3
bzw. 1 und 2.
Auch während des Studiums spielt der zu erwartende Arbeitsmarkt eine Rolle, insb. bei der Wahl von Vertiefungsgebieten im Hauptstudium.
Der Begriff Arbeitsmarkt betont, daß es einerseits Stellen und zugehörige Tätigkeitsprofile gibt, andererseits Arbeitssuchende mit bestimmten Kenntnisprofilen und daß bei der Besetzung von Stellen die üblichen Marktgesetze gelten.
Der größte Einflußfaktor auf die Aussichten, eine interessante und gut bezahlte Stelle zu finden, ist die allgemeine wirtschaftliche Lage; diese trifft i.d.R. aber alle Berufe und Branchen mehr oder weniger gleich stark und ist daher nur beschränkt hilfreich, wenn man sich zwischen verschiedenen Studien oder Vertiefungsgebieten entscheiden muß.
Die fachliche Thematik ist allerdings nur ein Aspekt, ein anderer ist das Qualifikationsniveau. Beispielsweise wird man auf die Stelle einer Parkplatzwächters, der Parkgebühren kassieren soll, nicht unbedingt einen diplomierten Betriebswirt einstellen, obwohl beide mit Geld umgehen können müssen. Prinzipiell gilt in allen Arbeitsgebieten, daß Personen, die durch unterschiedliche Ausbildungen qualifiziert sind, den Arbeitsmarkt bevölkern und um die Arbeitsplätze konkurrieren und daß einzelne Arbeitsplätze i.d.R. demjenigen zugesprochen werden, der die erforderliche Mindestqualifikation aufweist und der das kleinste Gehalt fordert; letzteres ist frei nach Darwin derjenige, der nur die Mindestqualifikation hat.
Für den Medienbereich bedeutet das, daß Diplom-Informatiker nicht eingestellt werden, um einfache WWW-Seiten zu gestalten, denn das sind vergleichsweise einfache Tätigkeiten, bei denen die erforderliche Qualifikation bereits durch einige VHS-Kurse erworben werden können. Diese einfachen Tätigkeiten können preiswerter durch umgeschulte Kräfte oder in Zukunft vermehrt durch sog. Fach-Informatiker und Absolventen ähnlicher Lehrberufe abgedeckt werden.
Die anspruchsvolleren Tätigkeiten sind per definitionem solche, bei denen man die erforderlichen Qualifikationen nicht in wenigen Wochen durch Umschulungen oder VHS-Kurse erwerben kann (oder wo der Arbeitsmarkt keine entsprechenden Arbeitssuchenden enthält). Hierzu gehört insb. die Fähigkeit, größere Programme in gängigen Programmiersprachen wie Java oder C++ zu entwickeln. Letzteres ist die zentrale Kompetenz von Informatikern schlechthin, die neben Kenntnissen in den o.g. Kernfächern für praktisch alle o.g. Arbeitsgebiete relevant ist. Hinzu kommen spezielle Kenntnisse für einzelne Arbeitsgebiete. So sind für die Computergraphik, eines der wichtigsten Teilgebiet der Medieninformatik, gute bis sehr gute Mathematik-Kenntnisse erforderlich.
Es kann durchaus sein, daß man ein Drittel dieses Allgemeinwissens in einem konkreten Job nicht einsetzen kann (und es sogar nach ein paar Jahren weitgehend vergißt, das gilt übrigens für alle Ingenieurwissenschaften und für viele andere Studiengänge). Leider weiß man vorher nicht, welchen Job man später haben wird und welcher Teil des Allgemeinwissens gerade hier irrelevant ist - man sollte sich aber, bevor man den ersten Job überhaupt hat, auf viele Jobs mit einigen Chancen bewerben können. Man weiß auch nicht, ob sich nicht vielleicht 5 Jahre später der Arbeitsmarkt ändert, man auf einmal umsatteln muß, und das bisher ungenutzte Allgemeinwissen plötzlich doch wieder benötigt wird.
Im universitären Kontext kann dies am ehesten durch studentische Projektgruppen erlernt werden. Die (inoffizielle) Projektgruppenordnung des Fachbereichs motiviert Projektgruppen wie folgt:
Das Vorstehende führt zu der vielleicht überraschenden Erkenntnis, daß eine ``ganz praxisorientierte'' Ausbildung, in der intensiv die Bedienung von Version 4.17 des Produkts X, das in vielen Stellenanzeigen genannt ist, auf Kosten eines fundierten Grundlagenwissens erlernt wird, mittelfristig eher nachteilig ist. Kurzfristig spart der Arbeitgeber Einarbeitungsaufwand, wenn er zufällig gerade dieses Produkt in dieser Version einsetzt. Mittel- und langfristig ist die geringere Flexibilität und Fähigkeit, sich auf Basis allgemeiner Grundlagen rasch in neue Themen einauarbeiten, der größere Nachteil. Letzteres ist übrigens auch Arbeitgebern bekannt.
Seit Ende 2000 ist es weltweit zu einer erheblichen Eintrübung der wirtschaftlichen Lage gekommen, womit zugleich eine sehr lange, die ganzen 90er Jahre andauernde Wachstumsphase beendet wurde. Hierdurch hat sich Nachfrage nach Akademikern seit 2002 generell stark vermindert. In einem Artikel in der FAZ vom 3.8.2002, ``Kein Lichtblick auf dem Arbeitsmarkt für Akademiker'' analysiert Manfred Bauch (Zentralstelle für Arbeitsvermittlung) den Arbeitsmarkt anhand von Anzeigen in Zeitschriften und Angeboten in Datenbanken im ersten Halbjahr 2002. Der Rückgang der Stellenangebote wird als drastisch bezeichnet, alle Regionen und Bereiche sind betroffen, besonders aber die ``Arbeitsmarktstars'' der Jahre 1999 und 2000, wozu auch die Informatiker und Elektroingenieure gehören. Der starke prozentuale Rückgang der Stellenangebote ist indes vor dem Hintergrund sehr vieler Stellenangebote, also hoher absoluter Zahlen im Vergleichszeitraum zu interpretieren.
Die weitere Entwicklung des Arbeitsmarkts hängt stark von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung ab, über die man bestenfalls spekulieren kann. Zur Frage, ob man überhaupt studieren soll, betont der o.g. Artikel die ``Erfahrung vergangener Konjunkturzyklen, daß Akademiker fast aller Fachrichtungen im Gefolge eines wirtschaftlichen Aufschwungs besonders dringend benötigt wurden und schließlich überproportional von einer Arbeitsmarktbelebung profitieren konnten, ...; um den zukünftigen Bedarf [an Akademikern] zu decken, dürfen trotz der gegenwärtigen Krise die Bemühungen für eine Erhöhung des Akademikeranteils an der Erwerbsbevölkerung nicht nachlassen. Denn trotz der aktuellen Probleme für Akademiker bleibt ihre Arbeitslosenquote mit 4 Prozent weit unter dem Durchschnitt.'' (Ende des Zitats)
Die wirtschaftliche Rezession hat im Jahre 2002 auch zu vielen Entlassungen von Informatikern geführt, bei manchen Arbeitgebern zum ersten Mal seit sehr langer Zeit. Besonders betroffen hiervon waren schlecht ausgebildete Informatiker (incl. Quereinsteiger), die in der Zeit der Hochkonjunktur eingestellt wurden bzw. mangels besserer Alternativen eingestellt werden mußten. Im Vertrauen geben manche Arbeitgeber zu, daß sie eigentlich ganz froh sind, sich von einigen 1999 oder 2000 vorschnell eingestellten Mitarbeitern trennen zu können. Gute Informatiker werden dagegen, solange es irgend geht, gehalten oder sogar weiter gesucht; die Arbeitgeber haben aus der Rezession von 1993/94 gelernt, als auch gut qualifizierte Informatiker entlassen wurden, was sich als gravierender Fehler erwies, denn bei der bald folgenden konjukturellen Erholung hatte man größte Schwierigkeiten, neue qualifizierte Mitarbeiter zu finden.
Es trennt sich jetzt sozusagen die Spreu vom Weizen. Es bestätigen sich zwei Regeln, die immer schon gültig waren, in der Zeit des IT-Booms aber (leider) oft vergessen wurden:
Der normale Zeitraum für eine Einschreibung zum Wintersemester für Fächer ohne Zugangsbeschränkungen beginnt Ende August und endet Ende September. Die genauen Daten werden zur Jahresmitte bekanntgegeben. Es sind aber auch Ausnahmen möglich, wenn z.B. ein Vorpraktikum erst kurz vor Beginn des Semesters abgeschlossen wrden kann. In solchen Fällen sollte das Studierendensekretariat direkt kontaktiert werden.
Die jeweils gültigen konkreten Termine sowie Adressen und Hinweise auf sonstige Formalitäten werden auf den WWW-Seiten des Studierendensekretariats angegeben, s. http://www.uni-siegen.de/studinfo/bewerbung/.
Zugangsbeschränkungen sind nicht vorhanden.
Es ist im Prinzip auch möglich, sich im Sommersemester einzuschreiben, allerdings ist es nicht zu empfehlen, weil viele Veranstaltungen in einem 2-semestrigen Zyklus angeboten werden, also Teil 1 im Wintersemester und Teil 2 im Sommersemester, wobei Teil 2 die Kenntnis der meisten Inhalte von Teil 1 voraussetzt. Eine Ausnahme wäre es, wenn man den Stoff des Wintersemesters schon aus anderen Quellen kennt (z.B. bei einem Wechsel von einer anderen Universität), dies muß aber im Einzelfall untersucht werden.
Für die Medieninformatik ist ab Wintersemester 2001/02 ein Vorpraktikum von 8 Wochen als Zulassungsvoraussetzung nachzuweisen. Details sind in der Praktikumsordnung für das Anwendungsfach Medienwissenschaften im Studiengang Angewandte Informatik geregelt.
Druckbare Versionen der Praktikumsordnung:
Einige wichtige Punkte aus der Praktikumsordnung:
Außer der allgemeinen Hochschulreife bzw. den alternativen Qualifikationsnachweisen werden keine formalen Qualifikationen verlangt. Ein Grund- oder Leistungskurs in Informatik wird ebenfalls nicht vorausgesetzt (ist aber natürlich sehr nützlich).
Entscheidender als formelle Qualifikationen sind die Talente und die Arbeitsdisziplin. Unverzichtbar ist eine gute mathematisch / naturwissenschaftliche Begabung. Personen mit einer solchen Begabung haben meist gute Noten in Mathematik, Physik oder anderen technischen Fächern und wählen daher oft ihre Schwerpunkte in diesen Bereichen. Wenn Sie schon immer eine Abneigung gegen Zahlen hatten und Physik Ihr Horrorfach war, sollten Sie lieber nicht Informatik (egal welche Variante) studieren.
Sofern Sie in Ihrer schulischen Laufbahn trotz guter Begabung aus irgendwelchen Gründen (unbeliebter Mathematiklehrer, ...) nur wenig Mathematik und Naturwissenschaften gelernt haben, kann dieser Rückstand durch entsprechend erhöhten Arbeitseinsatz ausgeglichen werden. In derartigen Fällen ist es sehr zu empfehlen, die Zeit zwischen Abitur und Studienbeginn dazu zu verwenden, vorhandene Schwachpunkte, z.B. in der Mathematik, durch den Besuch entsprechender Vorkurse zu reduzieren.
Zu Beginn des Studiums ja, später nicht
mehr.
Durch die studienbegleitenden Prüfungen
wird einerseits das Studium erleichtert und
beschleunigt, andererseits ist damit untrennbar
der Effekt verbunden, daß bereits früh Prüfungen
abgelegt werden sollen (spätestens nach dem Ende
des 2. Semesters), und zwar auch im
Anwendungsfach. Bei einem Wechsel des
Anwendungsfachs sind dort erbrachte
Prüfungsleistungen i.d.R. verloren, denn die
Anwendungsfächer weisen inhaltlich praktisch
keine Überschneidungen auf.
Im Prinzip ja. Dieser ``Wechsel'' bedeutet, daß Sie das bisherige Studium abbrechen und sich neu in den Studiengang Angewandte Informatik einschreiben. Dabei werden Ihnen i.d.R. bereits abgeleistete Prüfungen anerkannt, sofern die Fächer inhaltlich vergleichbar sind. M.a.W. brauchen Sie Prüfungen, die Sie nach der DPO Angewandte Informatik machen müßten, nicht zu wiederholen, wenn Sie schon in Ihrem bisherigen Studiengang die gleiche Prüfung oder eine vergleichbare Prüfung abgelegt haben. Ggf. müssen Sie einen Antrag an das Prüfungsamt stellen.
Nein, derzeit wegen Kapazitätsproblemen nicht.
Absolut nicht, ganz im Gegenteil. Die
Anfängerzahlen in der Elektrotechnik sind
bundesweit seit Mitte der 90er Jahre um mehr als
die Hälfte gesunken. Mittelfristig ist deswegen mit
einem deutlichen Nachfrageüberhang auf dem
Arbeitsmarkt für Elektrotechniker zu rechnen.
Hiervon werden die Technischen Informatiker ganz
besonders profitieren, da Software in immer mehr
elektrotechnischen Produkten und Systemen enthalten
ist. Die künftigen Berufsaussichten können daher
nur als sehr gut in Relation zum Gesamtarbeitsmarkt
eingeschätzt werden.
Schon in den Jahren 2000/2001 war ein
deutliches Anziehen der Nachfrage nach
Elektrotechnik-Ingenieuren zu bemerken; in 2002 ist
der Arbeitsmarkt aufgrund der allgemeinen
wirtschaftlichen Lage in allen Bereichen stark
rückläufig. Über die weitere Entwicklung kann nur
spekuliert werden. Kurzfristig dürfte die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung einen
dominierenden Einfluß haben.
S. hierzu Bemerkungen im Abschnitt Fachliche Ausrichtung vs. Qualifikationsniveau.
Bei der Siegener Langzeit-Studiengang Medieninformatik handelt es sich um einen wissenschaftlichen Studiengang mit 9 SWS Regelstudienzeit und anschließender Promotionsmöglichkeit.
Weniger gut.
Eine künstlerisch-kreative Kompetenz
ist nicht das Hauptziel der Medieninformatik;
derartige Studiengänge finden Sie nur an
Kunsthochschulen. Die Medieninformatik zielt eher
auf die Fähigkeit, einen Künstler zu verstehen,
also mit ihm kommunizieren zu können, und seine
Ideen - natürlich kooperativ - in eine technisch
saubere Lösung umzusetzen.
Neben Softwaresystemen, die künstlerische Objekte bzw. Teil solcher Objekte sind, zielt die Medieninformatik auch auf Systeme, die z.B. wissenschaftliche Daten visualisieren, Nachrichten verbreiten oder Ausbildungszwecken dienen. Technologisch haben diese Systeme viele Gemeinsamkeiten. Absolventen sollen sich durch gute Kenntnisse dieser Technologien für das ganze entsprechende Spektrum des Arbeitsmarks qualifizieren. Nichtsdestotrotz wird man sich im Hauptstudium mit einen Sektor dieses Spektrums vertieft beschäftigen, insb. durch die thematische Auswahl von Spezialvorlesungen, der Projektgruppe und der Diplomarbeit.
Nein, ganz im Gegenteil.
Zunächst sei auf die obenstehende Frage nach
den Arbeitsfeldern von Medieninformatikern und den
hierfür erforderlichen Qualifikationen verwiesen: alle
Diplomstudiengänge sind nicht einfach.
Im Vergleich zur Technischen Informatik oder Wirtschaftsinformatik weist die Medieninformatik sogar eine zusätzliche Schwierigkeit auf. Man kann das Problem mit dem leicht mysteriösen Begriff von der ``hohen mentalen Distanz zwischen Anwendungsfach und Informatik'' beschreiben.
Eine relativ geringe mentale Distanz haben beispielsweise die der Technischen Informatik zugrundeliegenden Fachgebiete Informatik und Elektrotechnik. Beide Disziplinen arbeiten intensiv mit mathematischen Modellen und zielen auf die Konstruktion technischer Systeme ab. Die wissenschaftlichen Denk- und Vorgehensweisen sind zwar in vielen Details verschieden, aber im großen und ganzen relativ ähnlich.
Der Medienbereich hat die Mehrzahl der Anwender bzw. Auftraggeber, für die ein Medieninformatiker arbeiten soll, einen künstlerischen und/oder geisteswissenschaftlichen Hintergrund. Wenn man Systeme, die für diese Anwender attraktiv sind, konstruieren will, muß man auch die Denkweisen dieser Personengruppe verstehen. Die Denk- und Vorgehensweisen sind in den Geisteswissenschaften indes teilweise gerade entgegengesetzt zu denen der Informatik (und allen Ingenieurwissenschaften).
Diese Diskrepanz wird bereits in der Schule sichtbar, wenn man vergleicht, wie Deutsch- und Mathematik-Klausuren beurteilt werden. Vereinfacht gesagt sind Mathematik-Aufgaben entweder komplett und richtig gelöst oder nur teilweise und/oder falsch. In manchen Fällen kann man die Korrektheit durch eine Probe mechanisch überprüfen. Fehler im Ergebnis können nicht wegdiskutiert oder durch eine elegante Formulierung der Lösung kompensiert werden. Ob ein Deutschaufsatz interessant, schlüssig, geistreich oder ggf. sogar spannend ist, kann man nicht mechanisch messen. Beurteilt werden kann die Leistung immer nur vor dem Hintergrund des Niveaus einer Lerngruppe oder einem Erwartungshorizont, der sich nicht durch formelle Messungen oder Zählungen definieren läßt, schon gar nicht durch Fehlerquotienten, sondern noch am ehesten durch den - notwendigerweise diffusen - Begriff Bildung.
Eine zentrale Kompentenz von Informatikern ist dementsprechend die genaue Kenntnis der Mechanismen und ``Gesetze'', nach denen informationsverarbeitende Systeme funktionieren. Sprachen wie Java oder SQL muß man genau verstehen und anwenden können. Sie haben annähernd den Status von Naturgesetzen: es ist ziemlich sinnlos, über ihre Existenzberechtigung zu diskutieren oder darüber zu lamentieren, daß sie zu schwierig seien, man muß sie ganz einfach beherrschen (Rechtschreibreformen, bei denen man im Endeffekt das geistige Niveau einer Sprache insgesamt absenkt, damit mehr Personen korrekte Texte schreiben können, sind bei Programmiersprachen systembedingt nicht möglich, weil die Kultusministerkonferenz für diese Sprachen nicht zuständig ist...).
Die Geisteswissenschaften kennen keine formelhaften Naturgesetze. Es gibt auch keine mechanisch nachvollziehbaren Kochrezepte, anhand derer man einen ``funktionierenden'', also guten Artikel oder einen spannenden Film entwickeln könnte. Man kann noch nicht einmal die Qualität eines Arbeitsergebnisses mechanisch beurteilen. Von irgendjemand formulierte Gesetzlichkeiten sind eher subjektive Interpretationen einer komplexen Realität und können (und sollten sogar!) stets kritisch hinterfragt werden. Man denkt und argumentiert eher in komplexen Zusammenhängen und ästhetischen Kategorien, daher spielt die sprachliche Ausdrucksfähigkeit eine herausragende Rolle. Das Ziel einer geisteswissenschaftlichen Ausbildung ist eher der Erwerb einer ganzheitlichen Bildung und Kritikfähigkeit und nicht alleine das Erlernen von Fakten, Mechanismen und Techniken, die man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit im Berufsleben zur Lösung eines praktischen Problems benötigen wird. Bei ingenieurwissenschaftlich geprägten Studenten führt letzteres gelegentlich zu Klagen, die Praxisrelevanz von geisteswissenschaftlichen Lehrinhalten fehle oder sei nicht auf Anhieb erkennbar.
Bei allen angewandten Informatiken sollte Interesse für den jeweiligen Anwendungsbereich vorhanden sein sowie genügend Talent, um sich darin effizient ein gutes Grundwissen aneignen zu können. Für die Medieninformatik ist somit eine gute Begabung sowohl im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich als auch im sprachlich-künstlerischen Bereich erforderlich. Die hohe mentale Distanz zwischen den beiden Disziplinen kann man auch so interpretieren, daß diese Kombination von Talenten vergleichsweise selten (aber durchaus nicht unmöglich) ist. Sie stellt jedenfalls eine Herausforderung dar.
Die Frage, ob man nicht irgendwie die mentale Distanz verringern und die Anforderungen erleichtern kann, liegt zwar nahe, weicht aber nur dem eigentlichen Problem aus: als Informatiker die Bedürfnisse dieser Anwendergruppe zu verstehen und von ihnen als kompetenter Gesprächspartner anerkannt zu werden.
Nein.
Der Studiengang Medienplanung ist ein
rein geisteswissenschaftlicher Studiengang, während
die Medieninformatik ein primär technisch
orientierter Studiengang ist. Die bei den
Studierenden unterstellten Talente und Begabungen
unterscheiden sich ganz erheblich, ohne gute
mathematisch / naturwissenschaftliche Begabung
haben Sie sehr wenig Chancen, die
Informatik-Anteile in der Medieninformatik zu
erlernen.
Kernfächer werden generell einmal pro Jahr angeboten. Die folgenden Kernfächer werden i.d.R. jeweils im Wintersemester angeboten (in Klammern: Veranstalter):
Im Sommersemester angeboten werden:
Der aktuelle Stand der Termine / Räume kann dem Stundenplan des FB12 und ggf. der Leitseite Angewandte Informatik entnommen werden.
Die römische Eins deutet an, daß es auch eine entsprechende Veranstaltung II gibt, die weiterführende Themen behandelt. Man hätte auch beiden Teilen spezielle Namen geben können, die derzeitige Namensgebung hat eher historische Gründe (im Studiengang Technische Informatik bildet jeweils ein Paar I/II eine einzige Prüfung).
Die II-Vorlesungen sind keine Kernfächer, sie können im Hauptstudium als Teil der Informatik-Vertiefung gewählt werden.
Die II-Vorlesungen werden überwiegend als eigene Vorlesung im darauffolgenden Semester angeboten. Manche Veranstalter bieten stattdessen beide Veranstaltungen im gleichen Semester an. Der I-Teil wird dann in der ersten Semesterhälfte mit 4 Stunden pro Woche angeboten.
Diese Frage betrifft aktuell vor allem die Medieninformatiker. Zu empfehlen sind vor allem:
Formal gibt es (in der Medieninformatik) kein Hindernis, die CG1 schon im 2. Fachsemester zu besuchen und insb. die Prüfung abzulegen.
Die CG1 richtet sich aber (wie fast alle anderen Kernfächer) primär an Studenten, die einen Informatik-Ausbildungsstand haben, der in etwa dem Vordiplom entspricht, die also insb. die Inhalte der "Grundlagen der Informatik I / II" und der "Diskreten Mathematik für Informatiker" gut kennen und möglichst schon am Programmierpraktikum teilgenommen haben sollten.
Sofern man nicht schon vor dem Studium Programmiererfahrung gesammelt hat, sind die Vorkenntnisse nach dem ersten Semester i.d.R. zu gering.
Sofern die CG1 als Kompaktkurs in der vorlesungsfreien stattfindet (wie im Sommersemester 2002) und die Prüfungen zu den Informatik-Veranstaltungen des 2. Semesters mit guten bis sehr guten Ergebnissen bestanden wurden, ist es weniger kritisch. In diesem Fall kann man probeweise am Kompaktkurs teilnehmen; wenn sich der Stoff als zu anspruchsvoll erweist, kann man die Teilnahme abbrechen und auf die Teilnahme an der Prüfungsklausur verzichten.
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