Landtag hebt Volksentscheid wieder
auf
Rechtschreibreform an Schleswig-Holsteins
Schulen -
Bekenntnis zu direkter Demokratie
Kiel - In dieser Woche wird der Landtag in Kiel die
Rechtschreibreform an Schleswig-Holsteins Schulen
auf den Weg bringen und damit den einzigen
erfolgreichen Volksentscheid im Land schon nach
knapp einem Jahr wieder aufheben. Trotzdem bekennen
Politiker aller Parteien sich zur direkten
Demokratie, die sie sogar stärken wollen.
Die Volksgesetzgebung habe sich bewährt, müsse aber
vereinfacht werden, sagte der Rechtsexperte der
SPD-Fraktion, Klaus-Peter Puls. Sein Appell an das
Volk bleibe: "Mischt euch ein!" Sein CDU-Kollege
Klaus Schlie sieht das genauso. Das Volk müsse die
Möglichkeit haben, politische Beschlüsse zu
korrigieren. Das Parlament sei mit der geplanten
Reform der Volksgesetzgebung auf dem richtigen Weg,
sagte er.
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Ein typischer Denkfehler, der einem
Informatiker hier unterlaufen könnte, ist der,
einen eklatanten Widerspruch zu sehen zwischen
Aussagen, daß das Volk politische Beschlüsse
korrigieren können müsse, daß es sich einmischen
möge und daß alle Parteien sich zur direkten
Demokratie bekennen, während gleichzeitig der Wille
des Volkes mißachtet, seine Einmischung in die
Politik einmütig von den Machthabern zurückgewiesen
wird und faktisch die direkte Demokratie ab
absurdum geführt wird. Dieser scheinbare
Widerspruch läßt sich aber durch eines oder mehrere
der folgenden Erklärungsmuster leicht auflösen:
Das vorstehende Beispiel führt zu der generellen Frage, ob es ein Lernziel der Informatik-Ausbildung sein kann, mit solchen nur bei oberflächlicher Betrachtung widersprüchlich oder dreist verlogen erscheinenden Aussagen von Anwendern angemessen umzugehen. Die Antwort wäre sicherlich nein, wenn diese Phänomene ausschließlich auf den Bereich der Politik beschränkt wären, denn Software zur Unterstützung politischer Entscheidungsprozesse stellt keinen relevanten Arbeitsmarkt dar. Die Phänomene treten aber - wenn auch in stark abgemilderter Form - z.B. bei der Entwicklung gewöhnlicher Informationssysteme auf, wo ebenfalls deutliche Differenzen zwischen formeller und tatsächlicher Entscheidungsgewalt beobachtet werden können und die relevanten Entscheidungen nicht schriftlich fixiert sind. Lernziel für Informatiker müßte demnach sein, die tatsächlichen Machtstrukturen einer Organisation zu analysieren zu können, um gezielt die Anforderungen der faktischen Machtinhaber erfassen zu können und, auch im Sinne der generell anzustrebenden Aufwandsminimierung, nur den unbedingt notwendigen Aufwand zur Analyse der Anforderungen der formellen, aber nicht faktischen Machtinhaber zu investieren.